viadonau, Sicherheit

Im thinkport Vienna des Hafen Wien fand am 7. Mai 2026 die 45. Bau- und Schifffahrtsbesprechung statt. Geboten wurde nicht nur der erwartete, profunde Rückblick aufs vergangene Jahr, sondern auch ein spannender Ausblick auf Neuanschaffungen. So viel ist klar: Die neuen Arbeitsgeräte und Schiffe an der Donau sind hoch-innovativ und weitestgehend elektrisch.

Seminarraum mit Vortragendem auf Bühne

Foto: © viadonau

viadonau-Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler begrüßte rund 50 Gäste zur diesjährigen Bau- und Schifffahrtsbesprechung, die seitens viadonau in bewährter Weise von Simon Hartl konzipiert wurde. Der inhaltliche Schwerpunkt lag heuer auf Neuanschaffungen bei Arbeitsgeräten und Schiffen. Daneben wurde ein versierter Rückblick übers vergangene Jahr an der Donau und ein Einblick in die Entwicklungen der Strecke bei unserem Donau-Nachbar Bayern geboten. 

Fritz Lehr, Geschäftsführer des Hafen Wien, stellte als Gastgeber bei seinem einleitenden Beitrag den Klimawandel ins Zentrum und zwar anhand eines mahnenden Beispiels: Das Vorstellobjekt in der Lobau ist seit 30 Jahren an derselben Stelle positioniert, doch heuer kam ihm plötzlich und erstmals sprichwörtlich das Wasser abhanden. Lehr mahnte ein, sich mit den geänderten Gegebenheiten auseinanderzusetzen, um auch in Zukunft die Donau bewirtschaften zu können. Weiters stellte der Wiener Hafen-Chef Projekte aus seinem Hause vor, darunter den Hochwasserschutz Lobau inklusive Hafentor oder neue Gerätschaften wie den Hafenmobilkran.

viadonau-Teamleiter Simon Hartl sprach über Aktuelles aus dem Wasserstraßenmanagement, darunter über die Anfang 2026 in Kraft getretene Neuregelung betreffend Erhaltungsmaßnahmen in der gemeinsamen Grenzstrecke Österreich – Slowakei. In der Vergangenheit wurden in der gesamten Grenzstrecke Erhaltungsbaggerungen und die Kennzeichnung des Fahrwassers abwechselnd von einem der beiden Staaten durchgeführt. Seit 2026 wurde dies nun – auf österreichische Anregung - neugeregelt: Für die wasserseitigen Erhaltungsarbeiten in der gemeinsamen Grenzstrecke ist nunmehr entsprechend der Neuregelung in der oberen Hälfte der gemeinsamen Grenzstrecke (Strom-km 1880,100 bis 1876,375) ausschließlich die österreichische Seite, in der unteren Hälfte (Strom-km 1876,375 bis 1872,650) ausschließlich die slowakische Seite zuständig. Dadurch sind die Arbeiten einfacher planbar und umsetzbar. Das schafft durchgehend gute infrastrukturelle Bedingungen. Weiters gab Hartl einen Ausblick über den 3. Geschiebefang bei Röthelstein, für den viadonau nun über alle Bewilligungen verfügt, und berichtete über die Einsätze der flexiblen Infrastruktur, zu der aktuell ein Versuch in der Furt Rote Werd läuft.

Michael Kalb von viadonau sprach zu den Erhaltungsmaßnahmen. Das Jahr 2025 sei geprägt gewesen von Wasserständen, die sich größtenteils zwischen Mittelwasser und Niederwasser bewegt hätten. Darauf hat man bei viadonau mit einer angepassten Erhaltungsstrategie reagiert. Auch beim Geschiebemanagement bleibe man ständig am Ball, was sich bei den gebaggerten Kubaturen und der erbrachten Transportleistung eindrücklich zeigt. Interessante Fotos zeigte Kalb von größeren Felskugeln, die in der Wachau immer häufiger eine Gefahr für die Schifffahrt darstellen und im Zuge von durch viadonau organisierten Bergungsaktionen aus dem Fahrwasserkasten entfernt werden müssen.

Der Vertreter der Verbund Hydro Power, Christian Sagat, veranschaulichte das Thema E-Mobilität mit den in seinem Unternehmen verbundenen Neuanschaffungen. Darunter das neue Schubschiff Donau 1, ein diesel-elektrisch betriebenes, äußerst leistungsstarkes Schiff. Weiters berichtete er vom Saugbagger „Karl-Heinz“, der probeweise schon in Mündungsbereichen und Zubringern im Einsatz war. Und über eine neue, eben fertig gestellte Schute, die bald mit einem elektrischen Kran auch auf der Donau unterwegs sein wird. 

Zu den aktuellen Schleusen-Themen aus dem abgelaufenen Jahr sprach viadonau-Abteilungsleiter Jürgen Trögl. Es sei ein „sehr herausforderndes Jahr“ gewesen, so Trögl, vor allem im Osten. Und zwar nicht nur aufgrund von Personalengpässen sondern auch und vor allem durch die Schleuse Freudenau, die einmal für eine Komplettsperre an der Donau sorgte, und für ein halbes Jahr durch einen gebrochenen Bolzen nur mit einer Kammer zur Verfügung stand. Die Schleusenstatistik zeigt, dass es mit der Personenschifffahrt weiter bergauf geht. Zur Digitalisierung berichtete Trögl über den weiteren Ausbau der elektronischen Informationsdienste: EuRis ist nun in 13 Ländern verfügbar, CEERIS wird es ab 2027 auch in Deutschland geben.

Vinh Tham von Verbund Hydro Power ergänzte das Schleusen-Thema mit den aktuellen Zahlen zu Revisionen und Reparaturen. Auch er betonte, dass 2025 ein „Extremjahr“ gewesen sei – vor allem angesichts der Totalsperre und des Bolzenbruchs in der Freudenau. Dadurch sei auch die Nicht-Verfügbarkeit auf 2,61% gestiegen. Ein Wert, der sich normalerweise bei unter 1 Prozent bewegt. Thiem berichtete außerdem über vermehrt auftretende Schäden an Schleusen durch die Personenschifffahrt.

viadonau-Fachbereichsleiter Manfred Kovac schilderte eindrucksvoll die erfolgreiche Lehrlingsausbildung im Unternehmen. Beide Lehrlinge haben das 1. Berufsschuljahr mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen. Spannend dann der Einblick, den Kovac und im Anschluss Patrick Michna in die Umsetzung des neuen Mehrzweckpontons gaben. Der schwimmende Allrounder wird ein voll elektrifiziertes Arbeitsgerät von viadonau. Er soll nicht nur Erhaltungsarbeiten und Arbeiten an Uferbereichen unterstützen, sondern auch für Objektbergungen, etwa am Donaukanal, eingesetzt werden oder auch als Ersatz für die Bojenleger verwendet werden können. Aktuell laufen Testfahrten im Raum Linz, so Michna, der hier eindrückliches Fotomaterial herzeigen konnte.

Marianne Pichler von viadonau berichtete über den Stand der Sanierungen und Aufwertungen der öffentlichen Bundesländen. Die Länden Aschach sind – bis auf Restarbeiten – fertig gestellt. Hier wird erstmals auch am Treppelweg selbst etwas im Zuge der Aufwertung umgesetzt, und zwar eine Ausweichbucht, um Situationen für die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer vor Ort zu entschärfen. Die nächsten Aufwertungen sind schon in der Pipeline: Mit dem Bau in Krems wird voraussichtlich noch im vierten Quartal des heurigen Jahres begonnen. Nächstes Jahr starten die Planungen für die Länden Krieau und Lagerhauslände II. 

Jürgen Schillinger vom deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Donau gab einen Überblick über die aktuellen Ausbau-Tätigkeiten des Flaschenhalses der Donau bei Straubing-Vilshofen. Ein Sechstel des geplanten Ausbaus sei fertig, so Schillinger. 2025 wurde der Bauabschnitt 2 bei Deggendorf begonnen. Den Löwenanteil des weiteren Baus stelle auch der begleitende, durchgehende Hochwasserschutz für ein 100-jährliches Hochwasser dar. Ein großes Hindernis seien außerdem die vielen Verdachtsfälle auf Kriegsmaterial in der Donau. Allein bei Straubing habe man rund 700 Verdachtsfälle gezählt. Jeder Fall müsse untersucht und im schlimmsten Fall das Objekt geräumt werden. Das sei teuer und behindere bei Räumungen die Schifffahrt.

Den Abschluss des spannenden Tages machte Andreas Bäck mit dem Thema internationale Projekte. Aktuell läuft das donauweite Leuchtturmprojekt FAIRway Danube II, welches durch viadonau geleitet wird und von der Connecting Europe der EU kofinanziert wird. Neu ist derzeit die geplante Verbesserung des Horizonts der Pegelprognose, in Österreich von 5 auf 6 Tage und auf der unteren Donau von 6 auf 7 Tage. Die flexible Infrastruktur wird international weiter ausgerollt, aktuell schwerpunktmäßig in Bulgarien, Kroatien und Rumänien. Am Donau-Schwarzmeerkanal wird derzeit eine Lände baulich aufgewertet und die zweite wird aktuell vergeben. Der nächste Austausch mit der Europäischen Kommission und den Stakeholdern findet heuer im November in Brüssel statt.

Fotogalerie Bau- und Schifffahrtsbesprechung (Hafen Wien, 07.05.2026)

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