Gemeindeinformation für Scharndorf

Aktuelles

Informationen für Anrainer*innen
Auf dieser Seite stellen wir Ihnen das Projekt und die Maßnahmen im Bereich Regelsbrunn bis Wildungsmauer in einer Kurzfassung vor. Sie können uns gerne Ihr Feedback übermitteln. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Seitenende.

Exkursionen für Anrainer*innen absolviert
Am 18.06.2021 hatten die Anrainerinen und Anrainer der Gemeinde Scharndorf die Möglichkeit, im Zuge von Exkursionen in Kleingruppen die Projektmotivation und die Maßnahmen kennen zu lernen sowie sich mit Ihren Fragen und Anregungen direkt an das Projektteam zu wenden. Wir möchten uns bei allen Teilnehmer*innen für ihre Teilnahme und ihr Interesse bedanken!- Sie können uns auch weiterhin unter lebendige.wasserstrasse[at]viadonau.org erreichen.

Aktuelle Projektinformationen finden Sie hier.

Ein Naturparadies ist bedroht

Die Donau-Auen zwischen Maria Ellend und Wildungsmauer sind ein besonders wertvolles Herzstück des Nationalparks. Die niedrige Geländehöhe führt zu regelmäßigen Überflutungen und auch ein frühes Renaturierungsprojekt aus den 1990er Jahren sorgt für einen vergleichsweise naturnahen Auwald. Doch die idyllische Landschaft trügt, denn das Nebenarmsystem Haslau-Regelsbrunn verlandet. Die Verbindung zur Donau wird von Jahr zu Jahr schwächer, die Gewässer werden immer kleiner und seichter. In warmen Sommern kommt es daher vermehrt zu Fischsterben, einer starken Erwärmung des Wassers und zu übermäßigem Algenwachstum im Nebenarm. So ist das Nebenarmsystem auch mitverantwortlich für den dramatischen Rückgang der Fischbestände im gesamten Donauabschnitt. Waren 2007 bei den offiziellen Erhebungen noch 248,4 kg Fische pro Hektar vorhanden, lag der Wert 2016 nur mehr bei 87,3 kg Fische pro Hektar. 50 kg pro Hektar ist der EU-Grenzwert für den guten ökologischen Zustand eines Gewässers.
Ein besser mit der Donau verbundenes Nebenarmsystem könnte hier als wellenschlaggeschützter und gut strukturierter Lebensraum wichtige Aufgaben übernehmen: Fische können hier wieder besser laichen und für Jungfische bieten solche Nebenarme eine ideale Kinderstube. Beides trägt dazu bei, dass sich Fische wieder besser und natürlicher vermehren können.

Die großen Wasserflächen täuschen. An manchen Tagen ist kaum mehr Wasser im Nebenarm Haslau-Regelsbrunn und es kommt zu einem übermäßigen Wachstum der Algen.

Darüber hinaus gräbt sich die Donau im Abschnitt Maria Ellend bis Wildungsmauer immer tiefer in ihr Bett ein: die Sohleintiefung betrug in den letzten Jahrzehnten rund 50 cm! Mit einem verantwortungsvollen Geschiebemanagement (seit 2016 werden am unteren Ende des Donauabschnitts große Mengen an Kies gebaggert, stromauf geführt und verklappt – mehr dazu hier) und ersten Rückbauprojekten gelang es, gegenzusteuern und den Trend zu stoppen. Dennoch ist aufgrund des sinkenden Donauwasserspiegels die Wassermenge im Nebenarm rückläufig.Ein Vergleich: floss im Jahr 2009 noch an etwa 200 Tagen im Jahr Wasser von der Donau durch die betonierten „Einlaufkästen“ in die Nebenarme, so war dies im Jahr 2014 nur noch an 140 Tagen der Fall, und die Zahl nimmt immer noch stetig ab. Diese fallenden Wasserspiegel der Donau und des Nebenarmes haben aber auch Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung der Region, denn damit sinkt auch der Grundwasserspiegel.

BELEBEN - Die Maßnahmen zur Wiederbelebung der Au

Um die Donau-Auen zwischen Maria Ellend und Wildungsmauer zu erhalten, müssen umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei die tiefgründige und breite Wiederanbindung des Nebenarms an die Donau. Nahezu ganzjährig soll wieder Wasser in das Nebenarmsystem einfließen können. Mit dem Wasser können auch die Fische in das Gewässer ein- und auswandern. Denn die geschützten Nebenarme sind eine wichtige Kinderstube vieler Donaufische. Bei höheren Wasserständen soll der Nebenarm seinen Lauf verlagern dürfen, damit neue Ufer und junger Auwald entstehen können.

Aber auch in der Donau selbst wird renaturiert: Durch die Entfernung der harten Steinverbauung am Donauufer kann sich in diesem Abschnitt die Donau ihr Ufer wieder selbst ganz natürlich gestalten. Der Fluss wird dadurch wieder stärker und besser mit dem Auwald verbunden und die Fische bekommen Einstände und Versteckmöglichkeiten. Flache Kiesufer stellen einen wichtigen Lebensraum für hochspezialisierte Pflanzen und Tiere dar – wie etwa den Flussregenpfeifer, der seine Eier auf den Kiesflächen ablegt. Der Fluss erhält durch die Rückbauten mehr Raum in die Breite. Das entlastet die Stromsohle, die oben beschriebene Eintiefung wird reduziert, wodurch auch die Wasserspiegel gehalten werden können. Gleichzeitig senken Aufweitungen durch Uferrückbauten die Hochwasserspiegel.

Für eine Visualisierung des Zustandes nach Bau siehe Titelbild. Eine Maßnahmenbeschreibung finden Sie hier.

Die Bewahrung und Verbesserung des Nebenarmsystems Haslau-Regelsbrunn ist auch der EU ein großes Anliegen. Die Maßnahmen sind Teil des Projekts „Dynamic LIFE Lines Danube“, welches im Rahmen des LIFE Förderprogramms gefördert wird. Am Spittelauer Arm gegenüber von Hainburg wurde die Gewässervernetzung bereits erfolgreich umgesetzt.

ERLEBEN – Naherholung und Wegenetz

Auch der Mensch soll die Möglichkeit haben, diese wiederbelebten, naturnahen Donau-Auen zu erleben. Deshalb ist der Naherholung in diesem Projekt ein eigenes Arbeitspaket gewidmet. Die umfangreichen Renaturierungen werden das Landschaftsbild verbessern und natürlicher machen, sie haben aber auch Auswirkungen auf das gewohnte Wegenetz. Daher wurden Vorschläge erarbeitet, wie die Au auch in Zukunft auf neuen Pfaden erlebt und erkundet werden kann. Darüber hinaus sind ein Naturbadeplatz und Rastplätze Teil des Maßnahmenpakets. Die bestehende Fährverbindung zum gegenüberliegenden Donauufer soll erhalten bleiben.
Die im Folgenden noch unverbindlich vorgeschlagenen Maßnahmen werden in Abstimmung mit den Anrainergemeinden umgesetzt, daher freuen wir uns über Ihr Feedback!

Plan 1: Gesamtübersicht

Der Treppelweg zwischen Haslau und Regelsbrunn ist derzeit bei Donauwasserständen unterhalb des Mittelwasserstandes (durchschnittlicher Wasserstand) durchgängig begehbar. Im Rahmen der Gewässervernetzung Haslau – Regelsbrunn und des Uferrückbaues wird der Treppelweg abgebaut (als Nr.„6“ auf der Karte oben ersichtlich). Der Abschnitt wird durch einen Fußpfad auch nach dem Rückbau begehbar bleiben, allerdings nur mehr bei deutlich niedrigeren Wasserständen (deutlich unter Niederwasser). Damit die Donau am Treppelweg aber dennoch erlebbar bleibt, kann in den beiden Ortschaften Haslau und Regelsbrunn jeweils ein neuer Rundweg angelegt werden. Darüber hinaus wird es an einem neuen Wildbadeplatz möglich sein zu baden. Auch Verbesserungen am bestehenden Wegesystem sind möglich. Weiters bestehen die Möglichkeiten, die vorhandenen Wege durch Sitzmöglichkeiten, verbesserte Sichtachsen, etc. aufzuwerten.

Plan 2: Abschnitt Regelsbrunn bis Wildungsmauer

Die Regelsbrunner Traverse wird einen sehr großzügigen, etwa 50 m breiten Durchlass erhalten, damit das Wasser besser durchströmen kann als bisher und das Donauufer dennoch zugänglich bleibt. Vom zukünftigen Endpunkt des Treppelweges beim Aringergraben ausgehend kann ein neuer Waldpfad eingerichtet werden („7“ auf Plan 2), der zurück zur Regelsbrunner Traverse führt. Dieser Rundweg hätte eine Länge von etwa 2,8 km Länge. Ein neuer Wildbadeplatz („8“ auf Plan 2) kann im Seitenarm beim neuen Durchlass eingerichtet werden, weil das Gewässer hier durch die bessere Durchströmung vom Schlamm befreit wird und dadurch einen kiesigeren Charakter bekommen wird. Im Bereich der Ausströmung wird das letzte Wegstück (hin zur Auslauftraverse) verlegt und entlang des neu entstehenden Gerinnes zum Treppelweg Richtung Wildungsmauer geführt („9“ auf Plan 2 – der neue Verlauf des Gewässers ist in der Karte nicht eingezeichnet – siehe oben). Der Wanderweg kann dabei hangseitig knapp am Gewässer verlaufen und dadurch zusätzliche Attraktivität gewinnen.

Kontakt

Sie möchten mit uns in Kontakt treten? Ihre Fragen, Anregungen oder Ihr Feedback können Sie gerne an uns übermitteln!
Sie erreichen das Projektteam unter lebendige.wasserstrasse[at]viadonau.org

Weiterführende Links:

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