Gemeindeinformation Haslau - Maria Ellend

Aktuelles

Informationen für Anrainer*innen
Auf dieser Seite stellen Ihnen das Projekt und die Maßnahmen im Bereich Haslau-Maria Ellend in einer Kurzfassung vor. Sie können uns gerne Ihr Feedback übermitteln. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Seitenende.
Exkursionen für Anrainer*innen
Am Nachmittag des 25.06.2021 möchten wir Ihnen als Anrainerin bzw. Anrainer das Projekt persönlich vorstellen. COVID-19 bedingt führen wir Exkursionen in Kleingruppen durch. Dafür ist eine Anmeldung unter lebendige.wasserstrasse[at]viadonau.org erforderlich. Geben Sie bitte Ihren Vor- und Zunamen sowie ihren Wohnort an. Die Gruppeneinteilung (Startzeit) und die geltenden COVID-19 Schutzmaßnahmen erhalten Sie mit der Anmeldebestätigung.
Es sind noch ausreichend Plätze vorhanden - z.B. ab 16.00 Uhr.

Aktuelle Projektinformationen finden Sie hier.

Ein Naturparadies ist bedroht

Die Donau-Auen zwischen Maria Ellend und Wildungsmauer sind ein besonders wertvolles Herzstück des Nationalparks. Die niedrige Geländehöhe führt zu regelmäßigen Überflutungen und auch ein frühes Renaturierungsprojekt aus den 1990er Jahren sorgt für einen vergleichsweise naturnahen Auwald. Doch die idyllische Landschaft trügt, denn das Nebenarmsystem Haslau-Regelsbrunn verlandet. Die Verbindung zur Donau wird von Jahr zu Jahr schwächer, die Gewässer werden immer kleiner und seichter. In warmen Sommern kommt es daher vermehrt zu Fischsterben, einer starken Erwärmung des Wassers und zu übermäßigem Algenwachstum im Nebenarm. So ist das Nebenarmsystem auch mitverantwortlich für den dramatischen Rückgang der Fischbestände im gesamten Donauabschnitt. Waren 2007 bei den offiziellen Erhebungen noch 248,4 kg Fische pro Hektar vorhanden, lag der Wert 2016 nur mehr bei 87,3 kg Fische pro Hektar. 50 kg pro Hektar ist der EU-Grenzwert für den guten ökologischen Zustand eines Gewässers.
Ein besser mit der Donau verbundenes Nebenarmsystem könnte hier als wellenschlaggeschützter und gut strukturierter Lebensraum wichtige Aufgaben übernehmen: Fische können hier wieder besser laichen und für Jungfische bieten solche Nebenarme eine ideale Kinderstube. Beides trägt dazu bei, dass sich Fische wieder besser und natürlicher vermehren können.

Die großen Wasserflächen täuschen. An manchen Tagen ist kaum mehr Wasser im Nebenarm Haslau-Regelsbrunn und es kommt zu einem übermäßigen Wachstum der Algen.

Darüber hinaus gräbt sich die Donau im Abschnitt Maria Ellend bis Wildungsmauer immer tiefer in ihr Bett ein: die Sohleintiefung betrug in den letzten Jahrzehnten rund 50 cm! Mit einem verantwortungsvollen Geschiebemanagement (seit 2016 werden am unteren Ende des Donauabschnitts große Mengen an Kies gebaggert, stromauf geführt und verklappt – mehr dazu hier) und ersten Rückbauprojekten gelang es, gegenzusteuern und den Trend zu stoppen. Dennoch ist aufgrund des sinkenden Donauwasserspiegels die Wassermenge im Nebenarm rückläufig.Ein Vergleich: floss im Jahr 2009 noch an etwa 200 Tagen im Jahr Wasser von der Donau durch die betonierten „Einlaufkästen“ in die Nebenarme, so war dies im Jahr 2014 nur noch an 140 Tagen der Fall, und die Zahl nimmt immer noch stetig ab. Diese fallenden Wasserspiegel der Donau und des Nebenarmes haben aber auch Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung der Region, denn damit sinkt auch der Grundwasserspiegel.

BELEBEN - Die Maßnahmen zur Wiederbelebung der Au

Um die Donau-Auen zwischen Maria Ellend und Wildungsmauer zu erhalten, müssen umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei die tiefgründige und breite Wiederanbindung des Nebenarms an die Donau. Nahezu ganzjährig soll wieder Wasser in das Nebenarmsystem einfließen können. Mit dem Wasser können auch die Fische in das Gewässer ein- und auswandern. Denn die geschützten Nebenarme sind eine wichtige Kinderstube vieler Donaufische. Bei höheren Wasserständen soll der Nebenarm seinen Lauf verlagern dürfen, damit neue Ufer und junger Auwald entstehen können.

Aber auch in der Donau selbst wird renaturiert: Durch die Entfernung der harten Steinverbauung am Donauufer kann sich in diesem Abschnitt die Donau ihr Ufer wieder selbst ganz natürlich gestalten. Der Fluss wird dadurch wieder stärker und besser mit dem Auwald verbunden und die Fische bekommen Einstände und Versteckmöglichkeiten. Flache Kiesufer stellen einen wichtigen Lebensraum für hochspezialisierte Pflanzen und Tiere dar – wie etwa den Flussregenpfeifer, der seine Eier auf den Kiesflächen ablegt. Der Fluss erhält durch die Rückbauten mehr Raum in die Breite. Das entlastet die Stromsohle, die oben beschriebene Eintiefung wird reduziert, wodurch auch die Wasserspiegel gehalten werden können. Gleichzeitig senken Aufweitungen durch Uferrückbauten die Hochwasserspiegel.

Für eine Visualisierung des Zustandes nach Bau siehe Titelbild. Eine Maßnahmenbeschreibung finden Sie hier.

Die Bewahrung und Verbesserung des Nebenarmsystems Haslau-Regelsbrunn ist auch der EU ein großes Anliegen. Die Maßnahmen sind Teil des Projekts „Dynamic LIFE Lines Danube“, welches im Rahmen des LIFE Förderprogramms gefördert wird. Am Spittelauer Arm gegenüber von Hainburg wurde die Gewässervernetzung bereits erfolgreich umgesetzt.

ERLEBEN – Naherholung und Wegenetz

Auch der Mensch soll die Möglichkeit haben, diese wiederbelebten, naturnahen Donau-Auen zu erleben. Deshalb ist der Naherholung in diesem Projekt ein eigenes Arbeitspaket gewidmet. Die umfangreichen Renaturierungen werden das Landschaftsbild verbessern und natürlicher machen, sie haben aber auch Auswirkungen auf das gewohnte Wegenetz. Daher wurden Vorschläge erarbeitet, wie die Au auch in Zukunft auf neuen Pfaden erlebt und erkundet werden kann. Darüber hinaus sind ein Naturbadeplatz und Rastplätze Teil des Maßnahmenpakets. Die bestehende Fährverbindung zum gegenüberliegenden Donauufer soll erhalten bleiben.
Die im Folgenden noch unverbindlich vorgeschlagenen Maßnahmen werden in Abstimmung mit den Anrainergemeinden umgesetzt, daher freuen wir uns über Ihr Feedback!

Plan 1: Gesamtübersicht

Der Treppelweg zwischen Haslau und Regelsbrunn ist derzeit bei Donauwasserständen unterhalb des Mittelwasserstandes (durchschnittlicher Wasserstand) durchgängig begehbar. Im Rahmen der Gewässervernetzung Haslau – Regelsbrunn und des Uferrückbaues wird der Treppelweg abgebaut (als Nr.„6“ auf der Karte oben ersichtlich). Der Abschnitt wird durch einen Fußpfad auch nach dem Rückbau begehbar bleiben, allerdings nur mehr bei deutlich niedrigeren Wasserständen (deutlich unter Niederwasser). Damit die Donau am Treppelweg aber dennoch erlebbar bleibt, kann in den beiden Ortschaften Haslau und Regelsbrunn jeweils ein neuer Rundweg angelegt werden. Darüber hinaus wird es an einem neuen Wildbadeplatz möglich sein zu baden. Auch Verbesserungen am bestehenden Wegesystem sind möglich. Weiters bestehen die Möglichkeiten, die vorhandenen Wege durch Sitzmöglichkeiten, verbesserte Sichtachsen, etc. aufzuwerten.

Plan 2: Abschnitt Haslau

In Haslau kann dafür eine bestehende Traverse begehbar gemacht werden („3“ auf Plan 2). So könnte ein neuer attraktiver Rundweg mit etwa 2,5 km Länge entstehen. Für jene, die weiter gehen möchten, wird es möglich sein, bis zur neuen Fischa-Mündung bzw. nach Maria Ellend zu wandern. Als Wildbadeplatz ist der ehemalige Einströmbereich vorgesehen („5“ auf Plan 2), und es ist auch ein weiterer Badebereich direkt am Donauufer möglich, welches dann ein kiesiges Flussufer sein wird - („4“ auf Plan 2).

Im Ortsteil Maria Ellend wurde bereits ein Wegstück beim Krickldamm wieder begehbar gemacht und die Traverse saniert („1“ auf Plan 2). Die renaturierte Fischamündung ist ein lohnendes Ausflugsziel. Seitens der Gemeinde wurde die Ertüchtigung eines Fußweges entlang des Hanges von Maria Ellend zum Krickldamm vorgeschlagen („2“ auf Plan 2).
Somit wäre es erstmal wieder möglich, je nach Lust und Verfassung, auf unterschiedlich langen Wegen die Au zwischen Maria Ellend und Haslau zu erleben.

Kontakt

Sie möchten mit uns in Kontakt treten? Ihre Fragen, Anregungen oder Ihr Feedback können Sie gerne an uns übermitteln!
Sie erreichen das Projektteam unter lebendige.wasserstrasse[at]viadonau.org

Weiterführende Links:

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