Im Donauabschnitt Petronell bis Hainburg wurden in den letzten Jahren einige bedeutende Renaturierungsprojekte umgesetzt und die Niederwasserregulierung angepasst. Mit dem Uferrückbau Thurnhaufen wurden nahezu 3 km Naturufer geschaffen. Das mit dem Nationalpark Donau-Auen umgesetzte Projekt wurde von der EU als bestes LIFE Projekt 2007/2008 ausgezeichnet. Weitere 1,4 km Uferrückbau wurden in den Jahren 2012 bis 2014 umgesetzt. In diesem Zeitraum wurde auch der Johler Arm wieder beidseitig an den Hauptstrom angebunden. Fachleute aus aller Welt besuchen diese Leuchtturmprojekte.
Der vorerst letzte bedeutende Schritt zur Renaturierung des Abschnittes war die Wiederanbindung des Spittelauer Nebenarmsystems, das sich auf Höhe der Stadt Hainburg am gegenüberliegenden Donauufer erstreckt (im Bereich Strom-km 1886-1882, linksufrig).

Maßnahmenbeschreibung

Die bestehende Einströmöffnung wurde tiefergelegt, damit nahezu ganzjährig Wasser in den Nebenarm fließen kann. Die im Längsverlauf bestehenden Traversen aus Blocksteinen wurden entfernt. Die große Mündungstraverse wurde vollständig abgebaut, damit das Wasser und die mitgeführten Sedimente wieder in die Donau zurückfließen können. Durch die Anbindung entstand ein 4,34 km langes Nebengewässer, welches nahezu ganzjährig durchströmt wird. Zusätzlich wurde der 550 m lange Fischergraben im Mündungsbereich verstärkt angebunden. Fische können nun ungehindert in den Nebenarm schwimmen und wieder heraus. Im System wurden auf insgesamt 710 m Länge vorhandene Ufersicherungen abgetragen. Der Thurnhaufen gegenüber der Stadt Hainburg wurde durch das Vorhaben zu einer Insel, die den Auwaldbewohnern als Rückzugsgebiet dient.

Aktuelles & Ausblick

Im Dezember 2019 wurden als wesentliche, vorbereitende Maßnahmen die erforderlichen Rodungen durchgeführt. Die Wasserbauarbeiten zur Gewässervernetzung des Spittelauer-Arms starteten im Jänner 2020. In der ersten Jahreshälfte 2020 wurden die Querbauwerke "Rauer Wurf" und „Spittelauer Traverse“ abgetragen. Im zweiten Halbjahr 2020 wurden durch die Entfernung der mächtigen "Ausrinntraverse" und die Herstellung einer großzügigen Einströmöffnung die Verbindungen zur Donau hergestellt. Am 10. September 2020 erfolgte der Durchstich. Seither kann wieder Donauwasser durch den Nebenarm fließen. Die abgebauten Blocksteine wurden am Donauufer gesammelt und werden schrittweise zur Wiederverwendung in anderen Projekten abtransportiert. Auch wenn noch Restarbeiten erforderlich sind, ist die Gewässervernetzung bereits funktionsfähig und der Altarm verwandelt sich bereits in eine dynamische Lebensader für die Donau-Auen.

Die Bauarbeiten werden durch eine ökologische Bauaufsicht begleitet und unter größtmöglicher Schonung der Schutzgüter im Nationalpark Donau-Auen umgesetzt.

Einblicke in die Bauarbeiten aus der Sicht eines Seeadlers

Erhalten Sie spannende Einblicke in die Baumaßnahmen am Spittelauer Arm in unserem Kurzfilm aus der Perspektive eines Seeadlers.