viadonau, Wirtschaft

Der direkte Zugang zur Wasserstraße bietet Unternehmen erhebliche strategische Vorteile, wie die effiziente Nutzung des Transportwegs und eine Vielzahl an logistischen Synergien. Wien verfügt mit seinem Hafen über einen etablierten Wirtschaftsstandort, der nicht nur für Güterschifffahrt und Logistik, sondern auch für die boomende Passagierschifffahrt und viele weitere Sektoren eine zentrale Rolle einnimmt. Nach einem aufschlussreichen Technical Visit im Hafen Wien brachte der zweite Workshop der viadonau-Initiative am 13. Mai im thinkport VIENNA mehr als 30 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Infrastruktur und Energieversorgung zusammen.

Workshop im Hafen Wien, Publikum und Vortragende im Seminarraum

Workshop im Hafen Wien, Foto: © viadonau

Technical Visit am Hafengelände, Hafenbecken, Uferkante, Schienen

Technical Visit am Hafengelände, Foto: © viadonau

Welche Vorteile bietet eine Ansiedlung entlang der Donau – und wohin entwickelt sich der Sektor? Mit Eröffnung und Einführung in das Event stellten die Geschäftsführer von Hafen Wien und viadonau, Fritz Lehr und Hans-Peter Hasenbichler, den thematischen Rahmen und die zentrale Fragestellung des Workshops klar heraus. Rede und Antwort standen dazu einmal mehr hochkarätige Fach-Vortragende, die sich nach einem gemeinsamen Technical Visit am Hafengelände der Zukunft der Wasserstraße in Österreich widmeten.

So gab Bettina Matzner von viadonau einen fundierten Überblick über die Vorzüge des Wasserzugangs und aktuelle Entwicklungen. Jan Riepl von der Wirtschaftsagentur Wien ergänzte die internationale Perspektive und lobte den Workshop als gelungenes Instrument der Bewusstseinsbildung. Harald Beutl von viadonau und Michael Hefelle vom Hafen Wien gaben in ihren Vorträgen zur Liegenschaftsentwicklung umfassende Einblicke in die Entwicklung und Vermarktung von Flächen. Besonderes Interesse weckte dabei das Thema Wohnen am Wasser, während Hefelle mit dem aktuellen Lageplan und der Vorstellung verfügbarer Freiflächen im Hafen greifbare Perspektiven für potenzielle Ansiedler aufzeigte.

Für den unmittelbaren Praxisbezug sorgten anschließend konkrete Einschätzungen aus der Wirtschaft. Thomas Bogler, Geschäftsführer von Viking River Cruises, schilderte die betrieblichen Anforderungen seines Unternehmens und verwies auf den erhöhten Bedarf an Liegeplätzen und Lagerflächen in den Wintermonaten. Von erfreulichen Entwicklungen in der Passagierschifffahrt berichtete Christoph Caspar vom Donauraum Wien: Die Fahrgastzahlen haben sich nach der COVID-Pandemie nicht nur erholt, sondern erreichen aktuell Allzeithochs.

Richard Hohenbichler von Wien Energie rückte Landstrom als Schlüsselelement nachhaltiger Hafenentwicklung in den Fokus: An den Standorten Reichsbrücke und Freudenau werde bereits Ökostrom eingesetzt, der Lärm- und Luftemissionen spürbar reduziere. Peter Rojko vom Hafen Wien präsentierte die Nachhaltigkeitsstrategie des Hafens, und Jan-Martin Kusztrich von der OMV unterstrich aus Sicht eines bestehenden Ansiedlers die strategische Bedeutung des Wasserweges für den sicheren Rohöltransport. 

Im Mittelpunkt der abschließenden Diskussionsrunde standen vor allem alternative Treibstoffe und die Energiewende in der Schifffahrt. Auch geopolitische Entwicklungen und deren Einfluss auf Rohölpreise sowie die wachsende Bedeutung der Elektromobilität im Schwerlastverkehr wurden thematisiert. Als wesentliche Erfolgsfaktoren für die Zukunft wurden Flexibilität, Kooperation und sektorübergreifendes Denken zwischen den Akteur:innen hervorgehoben – Aspekte, die der Workshop selbst beispielhaft versinnbildlichte.