Presseinformation, viadonau

Im Rahmen einer ersten digitalen Sitzung des beratenden Projekt-Ausschusses begann am 9. März 2021 mit dem offiziellen Startschuss zweier neuer CEF-kofinanzierter Projekte die Zukunft der Wasserstraße Donau. Nach dem erfolgreichen Leuchtturm-Projekt FAIRway Danube zur gemeinschaftlichen Verbesserung der Fahrwasserverhältnisse an der mittleren und unteren Donau sind die Erwartungen an “FAIRway works!” und “Preparing FAIRway 2 works” entsprechend hoch.

Baggerarbeiten am Linzer Donauufer

Upgrade der Trockengutlände in Linz, Foto: © viadonau/Johannes Zinner

EU-Logo der Connecting Europe Facility

Im Doppelfokus – moderne Schifffahrt und nachhaltiger Flussbau

Vom Nadelöhr zum Schifffahrts-Tor. Eine der wichtigsten Aktivitäten des Projekts „FAIRway works! in the Rhine-Danube Corridor“ ist die für die Jahre 2022 und 2023 geplante Modernisierung der serbischen Schiffsschleuse Eisernes Tor II. Die Sanierungsarbeiten werden einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrsbedingungen an der gesamten Donau beitragen und sollen ohne größere Unterbrechungen des Schiffsverkehrs erfolgen. Während im Rahmen des Projekts in Serbien zudem künftig auch moderne Arbeitsschiffe zur Kennzeichnung und Vermessung der Fahrrinne sowie fernüberwachte Bojen zum Einsatz gebracht werden sollen, befassen sich die Initiativen in Österreich vor allem mit der Modernisierung von drei öffentlichen Liegeplätzen in Linz, Wildungsmauer und Wien. Die Bauarbeiten in Linz begannen bereits im Dezember 2020 und zielen darauf, die Sicherheit und die Umweltverträglichkeit von Anlegeprozeduren zu verbessern. Ein erster wichtiger Erfolg im Rahmen von „FAIRway works! in the Rhine-Danube Corridor“ ist die Fertigstellung des zweiten Bojenlegers, der künftig im Dienst von viadonau dazu beitragen wird, insbesondere an den freien Fließstrecken der österreichischen Donau – in der Wachau und östlich von Wien – die Wartung und Kennzeichnung der Wasserstraße zu beschleunigen.

Neben den vorwiegend technischen Anforderungen zur Modernisierung der Wasserstraße durch „FAIRwayworks!“, legt das Projekt „Preparing FAIRway 2 works in the Rhine-Danube Corridor“ als gemeinsames Vorhaben von Kroatien und Serbien gleichzeitig den Fokus auf vorbereitende Arbeiten für mögliche flussbauliche Maßnahmen. Ziel ist dabei, die spezifischen Umweltbedingungen und den bestehenden Naturraum entlang der kritischen Engpässe auf dem gemeinsamen kroatisch-serbischen Donauabschnitt zu berücksichtigen und die ökologisch besonders wertvolle Flusslandschaft in der Region zu schützen.

Flaggschiff-Projekte mit ökologischer Verantwortung

Der mit den neuen grenzübergreifenden Vorhaben erzeugte Modernisierungsschub an der Donau sorgt vor allem durch die sinnvolle grenzübergreifende Verknüpfung wirtschaftlicher und ökologischer Interessen für viel Enthusiasmus unter den Projektpartnern. So ist Vera Hofbauer (Österreichisches Bundesministerium für Klimaschutz) überzeugt: „Beide Projekte tragen nicht nur zur Verwirklichung des Green Deal durch die Förderung der Donauschifffahrt bei, sondern mit der integrativen Planung auf der kroatisch-serbischen Grenze auch zur Verwirklichung der Biodiversitätsstrategie.“

Die neue Rhein-Donau-Koordinatorin, Inés Ayala Sender, machte darüber hinaus auch auf den positiven Effekt auf die Entwicklung eines nachhaltigen europäischen Verkehrsnetzes aufmerksam. So sei der Ausbau des europäischen Kernverkehrsnetzes auf dem westlichen Balkan, wie er in beiden Projekten behandelt wird, für einen nahtlosen Verkehr in Europa von wesentlicher Bedeutung. Denn Verkehr höre nicht an den EU-Grenzen auf.

Für Herfried Leitner (Pro Danube International) sind Sicherheit und Verlässlichkeit des Verkehrsträgers Wasserstraße eine wichtige Basis für seine Zukunft. „Der Donauschifffahrtssektor schätzt die beiden neuen Projektinitiativen sehr. Sie tragen dazu bei, die Wartezeiten an der Schleuse Eisernes Tor II sicherzustellen, bessere Informationsdienste bereitzustellen und die Sicherheit und Nachhaltigkeit von Anlegeabläufen zu erhöhen.“

Arno Mohl vom WWF Österreich mahnt im Umgang mit der kroatisch-serbischen Donaustrecke zu Verantwortungsbewusstsein: „Es ist einer der am besten erhaltenen Donauabschnitte mit den größten Auwäldern entlang der gesamten Donau – mit einer einzigartigen Artenvielfalt und wichtigen Schutzgebieten – sowie ein wesentlicher Bestandteil des geplanten weltweit ersten 5-Länder-Biosphärenparks Mur-Drau-Donau. Der WWF fordert daher nachdrücklich, dass die geplanten Interventionen keine negativen ökologischen Auswirkungen auf diesen besonderen Naturraum haben dürfen.“

Im Sinne eines gemeinsamen Bekenntnisses der Projektpartner zu Binnenschifffahrt und ökologischer Nachhaltigkeit im Einzugsgebiet der Donau und im Einklang mit den EU-Umweltvorgaben erfolgt die Umsetzung der Projekte unter Analyse und Berücksichtigung der spezifischen Umweltbedingungen. Die Aktivitäten an der serbisch-kroatischen Grenzstrecke werden dabei in enger Zusammenarbeit mit einem derzeit gebildeten multidisziplinären Stakeholder-Forum durchgeführt, in dem einschlägige Expertinnen und Experten aus dem Binnenschifffahrtssektor und aus Naturschutz-NGOs eingebunden sind.

Beide Projekte werden von der „Connecting Europe Facility“ (CEF) der Europäischen Union kofinanziert. Sie zielen darauf ab, die Navigationsbedingungen auf der Donau zu verbessern und die beteiligten Länder dabei zu unterstützen, bis 2030 sowohl einen „guten ökologischen Zustand“ als auch einen „guten Navigationsstatus“ zu erreichen und die Mindestanforderungen für Flüsse gemäß TEN-T-Verordnung (EU) Nr. 1315/2013 zu erreichen.

Weiterführende Informationen:

FAIRway Works! in the Rhine-Danube Corridor: www.fairwayworks.org
Preparing FAIRway 2 works in the Rhine-Danube Corridor: www.preparingfairway2.org