Presseinformation, viadonau, Umwelt

Wallsee, 24. April 2026 – Mit den steigenden Temperaturen und den ersten sonnigen Tagen startet auf der Donau wieder die Motorboot-Saison. Gleichzeitig beginnt jedoch auch eine besonders sensible Phase für die Donaufische: der Höhepunkt der Laichaktivität, und tausende Jungfische verlassen jetzt den schützenden Kieslückenraum. In dieser Zeit können schifffahrtsbedingte Wellen für Fischeier und Jungfische zur ernsthaften Gefahr werden.

V.l.n.r.: Karl Gravogl (NÖ Landesfischereiverband), Hans-Peter Hasenbichler (viadonau), Gerhard Sandmayr (OÖ Landesfischereiverband), Foto: © viadonau

V.l.n.r.: Karl Gravogl (NÖ Landesfischereiverband), Hans-Peter Hasenbichler (viadonau), Gerhard Sandmayr (OÖ Landesfischereiverband), Foto: © viadonau

Gruppenbild mit rund 20 Personen

Breites Engagement für mehr Wellenschlags-Bewusstsein – am gemeinsamen Austausch nahmen neben viadonau und dem BMIMI zahlreiche Vertreter:innen der Motorbootverbände und Landesfischereiverbände Ober- und Niederösterreichs teil, Foto: © viadonau

Vor diesem Hintergrund luden die Abteilung W2-Schifffahrt des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), die Landesfischereiverbände von Niederösterreich und Oberösterreich sowie viadonau am 24. April an die Donau nach Wallsee zu einem Austausch. Als Gäste nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Fischereirevierverbandes I sowie der Fischereireviere Donau A bis C und Donau-Perg (Oberösterreich), der Österreichischen Fischereigesellschaft, gegr. 1880, des Motorboot-Landesverbandes für Niederösterreich, des Motorbootverbandes Wien, des Oberösterreichischen Motorsportbootverbandes, der Schifffahrtsaufsicht Grein sowie des Amtes der NÖ Landesregierung, Abteilung Wasserbau, Schifffahrtstechnik und Gewässerschutz, teil und diskutierten mögliche Maßnahmen und Strategien für ein besseres Miteinander auf der Donau. 

Ein zentrales Ergebnis des Treffens: Bewusstseinsbildung und gezielte Informationsweitergabe stehen im Mittelpunkt zukünftiger gemeinsamer Maßnahmen. Insbesondere die Aufklärung über sensible Laichzeiten in den Monaten Mai und Juni sowie über jene Donauabschnitte, die für Fischeier und Jungfische von besonderer Bedeutung sind, soll verstärkt werden.

Ein kompaktes Merkblatt zum Thema wurde bereits erarbeitet. Es enthält wichtige Informationen und praktische Hinweise für einen verantwortungsvollen Umgang mit den heimischen Donaufischen und steht sowohl auf der Webseite des NÖ Landesfischereiverbandes unter www.noe-lfv.at als auch hier zum Download bereit.

Gleichzeitig wurde betont, dass Motorbootfahrerinnen und -fahrer ihre Boote in der Regel sehr gut kennen und bereits heute über viele Möglichkeiten verfügen, rücksichtsvoll zu agieren. Dazu zählen etwa das Einhalten eines ausreichenden Abstands zum Ufer, das Meiden sensibler Streckenabschnitte, wie sie bereits in einer digitalen Karte ausgewiesen sind, die vom Technischen Büro Zauner GmbH erarbeitet wurde, sowie eine angepasste Geschwindigkeit, um den Wellenschlag zu reduzieren. Besonders hervorzuheben sind das Verständnis der Motorbootverbände für die Sensibilität des Fischlebensraumes und die Bereitschaft, ihre Mitglieder durch Aufklärungsarbeit einzubinden.

Das Technische Büro Zauner GmbH präsentierte beim Treffen zudem erste Erkenntnisse aus einer kürzlich abgeschlossenen Studie zur Wellenschlagsmessung an der Donau. Auf dieser Basis sind in den nächsten Jahren weitere Erhebungen geplant, um die Wirksamkeit der vorgesehenen freiwilligen Maßnahmen zu überprüfen.

Wir bedanken uns auf diesem Wege herzlich für die wertvolle Unterstützung aller Beteiligten an dieser interessenübergreifenden Kooperation und insbesondere bei jenen, die diese Bemühungen durch eine angemessene Fahrweise in sensiblen Bereichen aktiv mittragen.