Die Trockenperiode der ersten Jahreshälfte 2026 an der Donau zeigt erneut, wie wichtig es ist, für die Zukunft der Wasserstraße Flussbauwerke innovativ und flexibel an den Klimawandel anzupassen. Um neue Erkenntnisse für die Weiterentwicklung dynamischer Elemente im Flussraummanagement zu gewinnen, führt viadonau den Pilotversuch „Flexible Infrastruktur“ östlich von Wien auch heuer mit unvermindertem Elan fort. Am 20. April wurde außerhalb der Fahrrinne am rechten Donauufer im Bereich der Furt „Rote Werd“ (zwischen Strom-km 1897,3 und 1897,2) wieder eine beladene Schute positioniert und mit einem Buganker sowie drei 1,5 Tonnen schweren d´Hone Spezialankern gesichert.
Ein Hotspot der Wasserstraße im Fokus von Instandhaltung und Forschung. Während die Überwachung der genau positionierten Schuten mittels regelmäßiger Kontrollen vor Ort und via GPS-Tracker erfolgt, wird der Projektbereich per Multibeam-Echolot präzise vermessen. Gleichzeitig begleiten Wissenschaftler:innen der Universität für Bodenkultur (BOKU) das Projekt. So werden ADCP-Messungen durchgeführt und ein sogenannter „Digitaler Zwilling“ („digital twin“) erstellt. Auf diese Weise sollen künftig mithilfe von 3D-Modellierungen morphologische Veränderungen rekonstruiert und so Einsatzszenarien für die flexiblen Infrastrukturelemente noch vorausschauender geplant, bewertet und verglichen werden können.
Im Pilotversuch soll zudem geklärt werden, welchen Einfluss unterschiedliche Versuchsparameter, wie Anstellwinkel oder Anzahl der Schuten, hinsichtlich Auswirkungen in der Fahrrinne haben (mobiles Leitwerk). Am 19. Mai hat das Wasserbauunternehmen Fa. Felbermayr daher mit Unterstützung der Schifffahrtsaufsicht Hainburg den Anstellwinkel der Schute vergrößert.
Der Pilotversuch wird über das Projekt FAIRway Danube ll abgewickelt und durch die Connecting Europe Facility der Europäischen Union kofinanziert. Darüber hinaus werden derzeit auch in den Donauländern Kroatien, Rumänien und Bulgarien entsprechende Pilotversuche durchgeführt. Der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern ermöglicht eine noch gezieltere Planung weiterer ähnlicher Versuche.
