Seit mehreren Jahren gibt es Brutversuche des Seeadlers in der Wachau. Bisher leider ohne Erfolg. Der imposante Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen war in Österreich bereits fast ausgestorben. Mittlerweile kehren sie als Brutvögel wieder zurück. Die meisten haben sich östlich von Wien und entlang von March und Thaya angesiedelt. Vielversprechende Sichtungen lassen aber auch für die Wachau wieder hoffen.
Seeadler benötigen störungsfreie Brutplätze und eine starke Fischpopulation, damit sie erfolgreich Nahrung jagen können. Sie profitieren also im Großen von Renaturierungsprojekten an der Donau und ungestörten Waldbereichen sowie Kleinmaßnahmen wie Horstschutzzonen und Ruhezonen. Mit der Sichtung eines Seeadlerpaares in der Wachau lebt die Hoffnung, dass es vielleicht heuer Seeadlernachwuchs in der Wachau gibt. Leider sind die Tiere so störungsanfällig, dass sie bereits bei geringsten Irritationen ihren Brutplatz aufgeben. Daher bitten wir, die Daumen zu halten, die Tiere keinesfalls aufzusuchen und im Falle einer Zufallssichtung zwischen November und Juli – aus Rücksicht auf diese eindrucksvolle geschützte Art – um leisen Rückzug aus dem Gebiet.
Eines der von viadonau umgesetzten Projekte in der Wachau, das sich auch die Verbesserung der Lebensbedingungen für Seeadler zum Ziel gesetzt hatte, war LIFE+ Auenwildnis Wachau (2015-2020). Im Rahmen des Vorhabens wurde u. a. ein künstlicher Brutplatz aus Weidengeflecht in großer Höhe eingerichtet, um eine optimale Basis für die Greifvögel zur Nutzung eines ganzen Donauabschnitts als Jagdrevier zu schaffen. Zwar wurde der Kunsthorst bislang nicht angenommen, gleichwohl bildet er eine Artenschutzmaßnahme aus einem ganzen Bündel an Schutzbemühungen, die die Lebensbedingungen des Seeadlers in der Wachau verbessern.
