Am 17.Jänner 2022 müssen die Bestimmungen der EU-Richtline 2017/2397 “ über die Anerkennung von Berufsqualifikationen in der Binnenschifffahrt” in allen EU-Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt und in Kraft getreten sein. Die EU-Richtlinie wurde bereits im Dezember 2017 verabschiedet, um den rechtlichen Rahmen für berufliche Qualifikationen im europäischen Binnenschifffahrtssektor zu straffen und zu harmonisieren und dadurch die Mobilität der Arbeitskräfte in der EU und die Sicherheit der Schifffahrt zu erhöhen. Die Richtlinie ersetzt eine komplexe Reihe von regionalen Anforderungen an Binnenschiffer, mit bilateralen und multilateralen Vereinbarungen, durch einen einfacheren und vor allem EU-weit harmonisierten Rahmen für die Zertifizierung der Arbeitskräfte und die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen. Die Implementierung der gesetzlichen Bestimmungen zieht weitreichende Änderungen der nationalen Ausbildungs-, Trainings- und Zertifizierungssysteme für das Personal der Binnenschifffahrt nach sich.

Integraler Bestandteil der EU-Richtlinie sind daher auch harmonisierte Standards für die Kompetenzen (Befähigungsanforderungen), Standards für die medizinische Eignung des Personals sowie Standards für praktische Prüfungen und Standards für die Zulassung von Simulatoren. Der „Europäische Standard für Qualifikationen in der Binnenschifffahrt (ES-QUIN)“ wurde 2018 durch CESNI angenommen (siehe Beschreibung oberhalb). Ab Jänner 2022 werden in der internationalen Berufsschifffahrt nur noch die neuen Unionsbefähigungszeugnisse und Zusatzqualifikationen nach diesen Standards ausgestellt.

 

Neuigkeiten und Aktivitäten

Gemäß der Richtlinie müssen die einzelnen Mitgliedsstaaten der EU bis 17. Jänner 2022 eigene Register für die Verwaltung von Unionsbefähigungszeugnissen und Schifferdienstbüchern umsetzen (nationale Verpflichtung).

Das BMK hat viadonau mit der Koordination der Umsetzung und dem späteren Betrieb dieser „National Crew Database“ für Österreich beauftragt. Im Herbst 2020 wurde eine EU-weite Ausschreibung für die Umsetzung dieser Datenbank für Österreich gestartet.

Die Implementierung soll mit April 2021 beginnen.



Die Aktivität leistet einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Maßnahme
16. Schifffahrtsbezogene Vorschriften und Regelungen weiterentwickeln des Aktionsprogramms Donau des BMVIT bis 2022.