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„Lebensader Donau – Zukunft im Fluss“ – Mit Klimaresilienz, proaktiven Lösungen und Donau-Awareness zum zukunftsfitten Strom

Bewusstseinsbildung für den Fluss, Auswirkungen des schifffahrtsbedingten Wellenschlags, der Kreislauf des Geschiebes und wie die Donau auch inmitten des Klimawandels in eine sichere Zukunft fließen kann. Die Top-Themen des von viadonau gemeinsam mit dem Land Niederösterreich veranstalteten Erfolgsevents „Lebensader Donau – Zukunft im Fluss“ machten das Stift Dürnstein am 16. September mit rund 100 Teilnehmer:innen erneut zu einem spannenden Hotspot aktueller Entwicklungen am Strom. Anlässlich der seit dem Frühjahr laufenden, beliebten Donauausstellung „Donaurauschen & Flussgeflüster“ waren bei der dritten Auflage des Events erstmals auch Expertinnen und Experten der Kulturvermittlung des ZOOM Kindermuseums vertreten.

der international renommierte Fließgewässerforscher Helmut Habersack von der BOKU Wien präsentiert im Stift Dürnstein Forschungserkenntnisse zur Auswirkung von Niederwasser auf die vielfältige Nutzungsfunktion des Flusses

Klima und Donau – der international renommierte Fließgewässerforscher Helmut Habersack von der BOKU Wien präsentierte Forschungserkenntnisse zur Auswirkung von Niederwasser auf die vielfältige Nutzungsfunktion des Flusses, Foto: © viadonau/Zinner

viadonau-Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler begrüßte das rund 100-köpfige Fachpublikum zur dritten Auflage des vielbeachteten Donau-Events

viadonau-Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler begrüßt das rund 100-köpfige Fachpublikum zur dritten Auflage des vielbeachteten, von viadonau und dem Land Niederösterreich veranstalteten Donau-Events im Stift Dürnstein in der Wachau, Foto: © viadonau/Zinner

Andrea Zsutty und Christian Ganzer vom ZOOM Kindermuseum berichten vom Erfolg der Ausstellung "Donaurauschen & Flussgeflüster"

Erstmals mit dabei! Andrea Zsutty und Christian Ganzer vom ZOOM Kindermuseum berichteten vom Erfolg der Ausstellung "Donaurauschen & Flussgeflüster", Foto: © viadonau/Zinner

Die extreme Niederwasserperiode im Sommer 2026 zeigte eindrucksvoll: Die Resilienz der Donau gegen herausfordernde Witterungsbedingungen ist eine essenzielle Voraussetzung für ihre ökologische und wirtschaftliche Zukunft. Klimawandel, zunehmender Wasserbedarf und Veränderungen der Flussmorphologie stellen die nachhaltige Nutzung der Donau vor wachsende Herausforderungen. Die durch das Ausbleiben ausreichender Niederschläge verursachte Trockenheit setzte dabei nicht nur Natur, Gewässer und Grundwasserspiegel unter Druck, sondern auch die wichtige Funktion der Donau als Transportweg. Vor allem der Güterschifffahrt fehlte im Sommer die sprichwörtliche „Handbreit Wasser unterm Kiel“. Gerade jetzt gilt es also, an der Donau mit vorausschauenden, wirkungsvollen Maßnahmen gegenzusteuern und die Robustheit des Stroms unter schwierigen Rahmenbedingungen zu stärken. Um ihre Qualität als Naturraum und Wirtschaftsfaktor für die Zukunft zu sichern, setzt man an der Donau sowohl mitten im Fluss als auch an seinen Ufern an, z. B. mit konsequenten Renaturierungsvorhaben und nachhaltigem Geschiebekreislauf – zwei herausragende Schwerpunkte der diesjährigen Lebensader-Donau-Veranstaltung in Dürnstein.

Vom Ufer bis zur Sohle – Die Donau im ganzheitlichen Fokus

Gerade im Kontext des Klimawandels offenbart die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Flüssen ihre außergewöhnliche, scheinbar widersprüchliche „Doppelrolle“. Während ihre wilden Flusslandschaften besonders empfindlich auf dauerhafte klimatische Veränderungen reagieren, können sie zugleich den Folgen des Klimawandels entgegenwirken. So sind Renaturierungsmaßnahmen für Universitätsprofessor Helmut Habersack vom Institut für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung der BOKU Wien wirkungsvolle Lösungen bei extremen Wetterperioden. Wie auch die Ergebnisse des Projekts Stars4Water, die der Fließgewässerforscher in Dürnstein präsentierte, aufzeigten, könnten renaturierte Flussabschnitte kritische Phasen deutlich verkürzen und aquatische Ökosysteme besser vor den schwerwiegenden Auswirkungen schützen.

Trockenheit als Folge des Klimawandels führt immer häufiger zu der Forderung, auch in Österreich verantwortungsbewusster mit Wasser umzugehen. Nachhaltigere Maßnahmen zur besseren Speicherung von Regenwasser wünscht sich auch Günther Konheisner von der Gruppe Wasser des Landes Niederösterreich. Das Wasser aus Niederschlägen dort zu halten, wo sie sich ereignen und so den lokalen Wasserhaushalt zu stabilisieren, ist ein wesentliches Anliegen des Experten. Dafür benötige es angepasste landwirtschaftliche Bewirtschaftungsmaßnahmen für einen Wasserrückhalt, dezentrale Rückhaltebecken und Einstau von Gräben, Entsiegelungen sowie den Rückbau von regulierten Gewässern.

Apropos: Einen langjährigen Schwerpunktbereich an der Donau in Sachen Rückbau von Regulierungen bildet die Donau zwischen Wien und Bratislava. Die viadonau-Spezialist:innen für Integrativen Flussbau Julia Sandberger und Robert Tögel zeigten sich in Dürnstein einmal mehr überzeugt: Sowohl Aufweitungen des Flussverlaufs als auch Gewässervernetzungen können die Flusssohle stabilisieren und entlasten. Die Zahlen aus den vergangenen drei Jahrzehnten stützten den integrativen Ansatz. So sorgten die vielfältigen Maßnahmen entlang der frei fließenden Donau im Nationalpark Donau-Auen im Rahmen des Maßnahmenkatalogs für die Donau östlich von Wien für einen kontinuierlichen Rückgang des Sohldefizits.

Aber auch das Leben selbst profitiert enorm von wiedervernetzten Seitengewässern. Die Ergebnisse Martin Mühlbauers (ezb – eberstaller zauner büros) aus den Untersuchungen zum schifffahrtsbedingten Wellenschlag entlang zweier Versuchsstrecken in der Wachau und bei Wallsee verdeutlichten unter anderem, dass vor Wellen entsprechend geschützte Nebengewässer den sichersten Lebensraum für Fische bieten. Der Experte widmete sich in den vergangenen Jahren der Wirkung von Maßnahmen gegen den Wellenschlag von Schiffen und Booten wie die Geschwindigkeitsreduzierung der Wasserfahrzeuge.

Seitengewässer bieten nur dann Lebensraumvielfalt, wenn sie ausreichend Wasser führen. Flussbetteintiefungen können die Abkopplung von Nebenarmen sowie Grundwasserabsenkungen verschärfen. Gegen die Eintiefung der Donausohle arbeiten die Profis von viadonau und des Kraftwerksbetreibers VERBUND daher seit vielen Jahren. viadonau-Wasserstraßenmanagement-Experte Simon Hartl und VERBUND-Experte Roland Schmalfuß stellten mit ihren eindrucksvollen Zahlen zu den jährlichen Geschiebezugaben und -rückführungen erneut heraus, wie wichtig ein kontinuierliches und zugleich nachhaltiges Geschiebemanagement auf der Donau ist. Mit Geschiebefängen bei Treuschütt (seit 2017) und Hainburg (seit 2021) sowie ab 2027 auch bei Röthelstein verbessert viadonau kontinuierlich die Effizienz der Geschieberückführungen auf der Donau.

Auch am Oberrhein steht Geschiebemanagement im Fokus. Christian Sprissler von der Deutschen Wasserstraßenverwaltung WSV ließ in Dürnstein mit detailreichen Einblicken in die Geschieberückführung nahe Iffezheim über den nationalen Tellerrand blicken. Seit 1978 werde dort regelmäßig Geschiebeersatzmaterial – etwa 330.000 Tonnen Kies, bezogen direkt unterhalb der dortigen Staustufe – jährlich in das Flussbett des Rheins eingebracht.

Dass das Feststoffmanagement an Österreichs Gewässern überregional standardisiert sein sollte, meinte Clemens Steidl vom Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK). Seit Ende 2025 werde im Projekt INFEMA ein nachhaltiger, praxisorientierter Arbeitsansatz für österreichische Fließgewässer entwickelt, der Naturgefahrenvorsorge, Gewässerökologie und Energiewirtschaft verbindet. Der geplante Arbeitsbehelf soll Daten, Wissen und Kompetenz sichern und daraus standardisierte Leitlinien sowie Maßnahmenoptionen für die Praxis ableiten.

Renaturierung, Gewässervernetzung, Geschiebemanagement – die Donau konzentriert Know-how aus den unterschiedlichsten Bereichen. Gleichwohl verbindet sie nicht nur Fachwissen und Forschungsexpertise. Sie ist ein Naturwunder, dessen Vielfalt sich einfach zu entdecken lohnt. Seit Frühjahr 2026 läuft im ZOOM Kindermuseum in Wien die mit Unterstützung von viadonau, VERBUND, Stadt Wien und Donauraum Wien ins Leben gerufene Mitmach-Ausstellung „Donaurauschen & Flussgeflüster“. Auf 566 Quadratmetern präsentiert die Ausstellung ideenreich und kindgerecht die Vielfalt des Flusses. Neben den kreativen Ausstellungsdetails berichteten Andrea Zsutty und Christian Ganzer vom ZOOM-Team auch über den großen Erfolg der Ausstellung seit ihrer Eröffnung im April. 20.000 junge Besucher:innen beweisen: Die Donau ist auch bei den Jungen ein Evergreen!

Noch mehr zur Veranstaltung und zu den präsentierten Themen finden Sie hier:

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Uta Hauft

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Letzte Änderung:
01. 10. 2026