reConnect – neu vernetzt zur alten March
Durchbruch oder genauer: Durchstich für das österreichisch-slowakische Renaturierungsprojekt reConnect! Am 9. September war es soweit: viadonau konnte als Projektträger mit den Bauausführenden vor Ort die Wiederanbindung eines alten Mäanders an den Hauptstrom auf österreichischer Seite dokumentieren. Die Anbindung des trocken gefallenen Seitenarms ist ein Teil des ambitionierten bilateralen Vorhabens nahe der Staatsgrenze bei Hohenau an der March.
Wohl gebettet zurück zur Ursprünglichkeit
Aufgrund günstiger Witterungs- und Abflussbedingungen in den vergangenen Monaten waren die Bauarbeiten vor Ort rasch vorangeschritten. So konnte nicht nur der Mäander auf slowakischer Seite bereits wieder angebunden werden. Auch auf österreichischer Seite konnten die umfassenden Sedimentmassen verführt und in den regulierten Flusslauf angeschüttet werden. Während die March in diesem Bereich wieder vollständig in ihr altes, unreguliertes Flussbett umgeleitet wird, dienen die alten regulierten Abschnitte fortan als zusätzliche Stillwasserbereiche.
Verjüngungskur für Fluss und Au
Die jüngsten Maßnahmen an der March sind Teil eines vielfältigen Maßnahmengeflechts mit dem Ziel, den Fluss wieder in einen urtümlicheren, ökologisch aufgewerteten Zustand zu versetzen. Im Rahmen des gemeinsam mit slowakischen Partnern entwickelten Maßnahmenplans für die beiden Renaturierungsprojekte reConnect und des von der EU kofinanzierten Restore4Life werden auf österreichischer Seite auf dem Gebiet der drei Gemeinden Hohenau, Ringelsdorf-Niederabsdorf und Drösing seit März 2026 mehrere ökologische und flussmorphologische Verbesserungen verwirklicht. Der Rückbau des regulierenden Steinkorsetts und die Wiederanbindung von zwei Mäandern verlängert den Lauf der March um 900 Meter. Während sich so zugleich das Gefälle der Flusssohle verringert, verbessert die Absenkung des Ufers im Projektgebiet nicht nur die Konnektivität des Flusses mit seinem Umland, sondern erhöht auch die Lebensraumqualität für Flora und Fauna in den umliegenden Auwaldgebieten. Neben der so erhöhten „Bewegungsfreiheit“ der March optimieren weitere Maßnahmen für den effizienten Wasserrückhalt den passiven Hochwasserschutz im Grenzgebiet.
Bundesminister Norbert Totschnig (BMLUK) ist sich sicher:
Mit der Renaturierung der March geben wir dem Fluss wieder mehr Raum und schaffen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Die Wiederanbindung alter Flussarme stärkt den natürlichen Wasserrückhalt und verbessert die ökologische Vielfalt in der gesamten Region. Investitionen in unsere Flüsse sind Investitionen in eine intakte Natur, mehr Lebensqualität und eine lebenswerte Zukunft.
Bundesminister Peter Hanke (BMIMI) ist erfreut über einen weiteren grenzübergreifenden Erfolg und meint:
Die March zeigt eindrucksvoll, was gelebte europäische Zusammenarbeit leisten kann. Gemeinsam mit unseren slowakischen Partnerinnen und Partnern schaffen wir hier mehr Raum für die Natur. Die viadonau setzt mit reConnect ein Vorhaben um, das ökologische Verantwortung und regionale Wertschöpfung miteinander verbindet – ein Beispiel dafür, wie Infrastrukturpolitik und Klimaschutz Hand in Hand gehen. Solche Projekte machen deutlich, dass nachhaltige Investitionen in unsere Flüsse Investitionen in die Lebensqualität kommender Generationen sind.
LH-Stellvertreter NÖ Stephan Pernkopf weist auf die besondere geografische Lage des Projektgebiets hin und erklärt:
Wir geben unseren Flüssen wieder mehr Raum! Diese Wiederanbindung des Nebenarms an die March reiht sich in eine ganze Liste von Flussrenaturierungen und Gewässeraufweitungen. Unsere Strategie ist klar: Das Wasser in der Fläche halten und den Regentropfen dort auffangen, wo er fällt. Das hilft Fischen und anderen Tier- und Pflanzenarten und hilft auch im Hochwasserfall in die Pegel zu senken. Aktuell laufen daher noch weitere große Renaturierungsprojekte, z.B. in Emmersdorf und Griemsing an der Donau sowie an vielen weiteren großen Flüssen und kleinen Bächen Niederösterreichs.
reConnect wird von viadonau als Unternehmen des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur umgesetzt und vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Land Niederösterreich, NÖ Landesfischereiverband, Fischereirevierverband II sowie von der Österreichischen Fischereigesellschaft gegr. 1880 unterstützt und widmet sich der weiteren Revitalisierung und Vernetzung des March-Thaya-Flusssystems. Mit einem Gesamtbudget von rund 2,7 Mio. Euro werden die Maßnahmen bis 2027 umgesetzt.
