Presseinformation, viadonau

Topmoderner Schutz für Bevölkerung vereint Sicherheit und ökologische Aspekte. Mit der Schlusssteinlegung am Marchfeldschutzdamm schließt Wien seinen Donauhochwasserschutz ab.

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Wiener Stadträtin Ulli Sima, Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Landeshauptfrau NÖ Johanna Mikl-Leitner, viadonau-Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler, Foto: © viadonau/Zinner

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Landeshauptfrau-Stv. NÖ Stephan Pernkopf, Landeshauptfrau NÖ Johanna Mikl-Leitner, Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Wiener Stadträtin Ulli Sima, Foto: © viadonau/Zinner

Von 2014 bis 2019 wurde das im Eigentum der Donauhochwasserschutz-Konkurrenz (DHK) stehende Hochwasserschutzsystem Marchfeldschutzdamm durch viadonau am Stand der Technik generalsaniert. Mit der Fertigstellung der Arbeiten am Teilabschnitt zwischen Eckartsau und Stopfenreuth im Sommer 2021 durch die Stadt Wien (Wiener Gewässer Management) wurde das große Sanierungsvorhaben für den Hochwasserschutz Donau östlich von Wien in den vergangenen zwei Jahren komplettiert. Die anfallenden Gesamt-Projektkosten von rund 110 Millionen Euro teilen sich der Bund, Niederösterreich und Wien.

Am 15. Juli erfolgte in Stopfenreuth mit Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau-Stv. Stephan Pernkopf und der für die Gewässer in Wien zuständigen Stadträtin Ulli Sima die Schlusssteinlegung und damit die feierliche Übergabe der runderneuerten Sicherheits-Infrastruktur. Diese bietet rund 30.000 Bürger:innen in Niederösterreich bestmöglichen Schutz. Für die Stadt Wien markiert die heutige Schlusssteinlegung darüber hinaus die Erfüllung der Vereinbarungen des 15a Vertrags mit dem Bund und den Abschluss des Donauhochwasserschutzes, der mit dem Bau der Donauinsel vor 50 Jahren begonnen hat und die Millionenstadt umfassend vor Hochwasser schützt.

Hochwasserschutz, Freizeitziel und Naturschutz in einem: Sinnvolle Investitionen

Der Marchfeldschutzdamm wird multifunktional genutzt. Neben seiner vorrangigen Eigenschaft als Hochwasserschutzanlage stellt dieser auch eine internationale Wander- und Radroute (EUROVELO 6) sowie einen wichtigen Naturlebensraum als Teil des Nationalparks Donau-Auen dar. Für die umfassende Sanierung der Hochwasserschutzanlagen war daher ein integratives Projektmanagement, das Sicherheitsinteressen, Freizeitnutzung und Umweltschonung bestmöglich zusammenführt, unerlässlich. So wurden begleitend zur Sanierung der insgesamt 67 Dammkilometer im Rahmen des Hochwasserschutzes Donau neben Radwegumleitungen auch ökologische Maßnahmen zum Schutz donautypischer Pflanzen und Tiere umgesetzt, während den Bauaktivitäten zum Beispiel Reptilien- und Amphibienzäune für die frühjährlichen Laichwanderungen errichtet, Brutzeiten des Seeadlers berücksichtigt und Gelege der europäischen Sumpfschildkröte besonders geschützt.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Die tragische Hochwasserkatastrophe vom Juni 2013 hat den Anstoß für die Sanierung und den Ausbau des Marchfeldschutzdammes gegeben. Jüngste Unwetter machen weiter deutlich: Die Klimakrise, ihre Auswirkungen und Folgen sind bereits voll und ganz bei uns in Österreich angekommen. Wir müssen vorsorgen – mit mutigen Entscheidungen für mehr Klimaschutz, für eine saubere und gute Umwelt und zum Schutz der Menschen. Extremwetterereignisse werden immer häufiger erwartet. Es braucht regionale Maßnahmen zur Klimawandelanpassung – für unseren Schutz und den unserer Lebensgrundlagen. Der Hochwasserschutz ist dabei zentral: Für die Region und die Funktionsfähigkeit der Wasserstraße Donau. Deshalb investiert der Bund auch zukünftig gemeinsam mit den Ländern und Gemeinden in weitere Projekte zum Schutz der Bevölkerung. Damit stellen wir für den Hochwasserschutz entlang der Donau weitere 222 Millionen Euro bis 2030 bereit, wovon der Bund die Hälfte trägt. Es freut mich sehr, dass hier am Marchfeldschutzdamm der Hochwasserschutz nun wiederhergestellt ist und großer Bedacht auf Naturschutz und die Artenvielfalt des Dammes genommen wurde. Denn Schutzdämme sind zwar eigens geschaffene Strukturen, können aber auch vielfältige Naturlebensräume sein – das ist hier gelungen.“

Um nach dem Jahrhundert-Hochwasser 2013 die effektive Schutzfunktion wiederherzustellen, nahmen die DHK mit deren geschäftsführender Stelle viadonau sowie die Stadt Wien mit Wiener Gewässer Management (WGM) von 2014 bis 2021 die umfangreiche Sanierung des Hochwasserschutzes Donau östlich von Wien in Angriff. Nach Marchfeldschutzdamm und Hainburg – umgesetzt durch die DHK und viadonau zwischen 2017 und 2019 – folgte der Ausbau der Überströmstrecke Stopfenreuth und die Sanierung des Witzelsdorfer Rückstaudamms durch die Stadt Wien und WGM von 2019 bis 2021, wodurch schließlich die letzte Sanierungslücke auf dem Weg zum top-modernen, auf den Stand der Technik optimierten Hochwasserschutz für rund 30.000 Bürger:innen in 12 niederösterreichischen Gemeinden geschlossen wurde. „Wir alle haben noch die schrecklichen Bilder von den Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013 im Kopf. Zwei Naturkatastrophen die uns ganz klar vor Augen geführt haben, dass wir die Menschen in den betroffenen Gebieten größtmöglich vor neuerlichen Hochwasser-Gefahren schützen müssen. Deswegen bin ich sehr froh, dass nun mit der Sanierung des Marchfeldschutzdamms wieder ein weiteres wichtiges Hochwasserschutzprojekt entlang der Donau fertiggestellt wurde“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Kernstück der Sanierung ist eine im Damm innenliegende Dichtwand, welche im Bodenmischverfahren hergestellt wird, sowie am landseitigen Dammfuß gelegene Kiessäulen zur Auftriebssicherung der Deckschicht. Zur gefahrlosen Ableitung von Sickerwässern in Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen wurden weiters 8 Drainagepumpwerke errichtet. Die Projektkosten von rund EUR 110 Mio., aufgeteilt auf Bund (BMK), Niederösterreich und Wien, wurden auch laut Stephan Pernkopf, Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stv. sinnvoll und umsichtig investiert: „Wasser ist Fluch und Segen zugleich, nirgendwo sonst wird das so spürbar wie im Marchfeld, der Kornkammer Österreichs. Gerade hier ist der Infrastrukturausbau und die Sicherheit vor Hochwässern ein immens wichtiger Aspekt, auch um die Versorgung mit Lebensmitteln zu sichern. Insgesamt haben wir in Niederösterreich in den letzten zwanzig Jahren rund 1,5 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert. Damit wurden 700 Schutzprojekte umgesetzt und über 300 Gemeinden sicherer gemacht. Absolute Sicherheit kann es natürlich nie geben, aber wir tun alles, um Risiken zu minimieren. Gleichzeitig investieren wir in Renaturierungen, um den Flüssen wieder mehr Platz zu geben, und in die Schlagkraft unserer fast 100.000 Feuerwehrleute in Niederösterreich, auf die wir uns jederzeit verlassen können.“

50 Jahre Donauhochwasserschutz: Erfolgsgeschichte der Stadt Wien

Mit der Fertigstellung des Hochwasserschutzes östlich der Donau erfüllt die Bundeshauptstadt Wien ihre vertraglichen Verpflichtungen mit dem Bund und ist jetzt als direkt an der Donau gelegene Millionenmetropole umfassend geschützt. Das gesamte Dammsystem in und um Wien ist nun für eine Durchlaufkapazität von bis zu 14.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ausgelegt, was in etwa dem größten jemals in Mitteleuropa gemessenen Hochwasser von 1501 entspricht. „Angefangen mit dem Bau der Donauinsel vor 50 Jahren ist der Donauhochwasserschutz in Wien eine Erfolgsgeschichte und hat sich insbesondere im Zuge der extremen Hochwässer 2002 und 2013, die Wien praktisch unbeschadet überstanden hat, als visionäre Initiative herausgestellt. Mit der Fertigstellung des Marchfeldschutzdamms hat die Stadt nun die erforderlichen Schutzmaßnahmen in und um Wien erfüllt. Die Donau ist jetzt Freizeitoase, Handelsraum und Naturparadies in einem, aber keine Gefahr mehr bei Hochwässern“, so Stadträtin Ulli Sima abschließend.