Das internationale Projekt iNNo SED verfolgt die gemeinsame Entwicklung und Erprobung innovativer, naturnaher Sedimentmanagement-Methoden. Ziel ist es, die Qualität und Quantität der Sedimente im Donauraum nachhaltig zu sichern und zu verbessern. Damit soll sowohl die fortschreitende Sohleneintiefung im Hauptstrom als auch die Sedimentation in Stauräumen, Seitenarmen und Auengebieten wirksam verringert werden.
Durch die Einführung einer Reihe von innovativen Methoden zur Überwachung und Modellierung der Sedimentmenge und -qualität sollen die Kenntnisse über Sedimentprozesse vertieft werden. Gleichzeitig soll zusätzlich eine Verbesserung der Kontinuität und Qualität des Sediments erreicht werden.
Entlang der gesamten Donau werden in acht Pilotprojekten diese neuen innovativen Sedimentmanagement-Ansätze erprobt und ihre ökologischen sowie sozioökonomischen Auswirkungen umfassend bewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in einen Methodenkatalog ein, der – in Zusammenarbeit mit fünf weiteren Regionen – auch auf andere Flusssysteme mit vergleichbaren Sedimentproblemen übertragbar sein wird.
Auf diese Weise leistet iNNO SED einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der EU-Mission „Wiederbelebung unserer Ozeane und Gewässer“.
Demonstration Site in Aschach
Ausgangssituation
Im Staubereich Aschach ist der natürliche Sedimenttransport durch das Wasserkraftwerk unterbrochen. Aufgrund der bereits bestehenden ökologischen Maßnahmen kann der Wasserstand jedoch nicht weiter gesenkt werden und muss stabil bleiben, da eine Absenkung zu Erosionen an den bestehenden Strukturen führen könnte. Gleichzeitig kommt es auch zu Ablagerungen von Feinsedimenten, die sowohl den ökologischen Nutzen als auch die Sedimentqualität negativ beeinflussen können.
Lösungsansatz
In Zusammenarbeit mit dem EU-Projekt DanubeSediment_Q2 werden Maßnahmen entwickelt, die den Transport von Partikeln (kleiner als Feinkies) verbessern, Sedimentation minimieren und gleichzeitig eine Remobilisierung sedimentgebundener Schadstoffe verhindern sollen. Die Modellierungen und Vorbereitung werden von DanubeSediment_Q2 übernommen, während im Rahmen von iNNO SED die theoretischen Konzepte von BOKU und viadonau gemeinsam unter realen Bedingungen getestet und weiterentwickelt werden.
Die bauliche Umsetzung vor Ort liegt in der Verantwortung von viadonau. Dabei kommen moderne Verfahren zur Überwachung und Modellierung zum Einsatz, um die Sedimentprozesse im Donauraum gezielt zu analysieren und die Sedimentkontinuität sowie -qualität nachhaltig zu verbessern.
Diese Ansätze könnten künftig auch in anderen Staubereichen Anwendung finden.
Partner, Dauer & Budget
Das internationale Projekt wird von 24 Partnern und 22 strategischen Partnern aus insgesamt 15 Nationen getragen, die zu 95 % den Donauraum abdecken. Lead Partner ist die Budapest University of Technology and Economics (BME) – Faculty of Civil Engineering.
Die Projektlaufzeit beträgt 60 Monate – vom 1. September 2024 bis zum 31. August 2029. Das Gesamtbudget umfasst 8,77 Mio. Euro, wovon 8,10 Mio. Euro durch die Europäische Union gefördert werden.
iNNo SED wurde im Rahmen des Calls HORIZON-MISS-2023-OCEAN-01 eingereicht und erhielt im Herbst 2023 die Förderzusage.
Das Projekt wird vom Forschungsförderungsrahmenprogramm HORIZON EUROPE kofinanziert.
