In einer Kooperation von viadonau, Wien Energie GmbH und Smart Inspection GmbH wurden die Möglichkeiten einer teilautomatisierten Treppelwegszustandserfassung und Interpretation sowie Klassifizierung von Schäden untersucht. Bisher wurden die Treppelwege von einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin von viadonau befahren und der Wegezustand, das Lichtraumprofil, etc. manuell und mittels Handkamera aufgenommen. Neben hohem Personal- und Zeitaufwand, da die erhobenen Daten auch noch digitalisiert und bewertet werden mussten, war insbesondere die fehlende Vergleichbarkeit der Daten im zeitlichen Verlauf verbesserungswürdig.  

Durch die neue Erfassungsmethode sollen eine subjektive Schadensbeurteilung vermieden, der Personaleinsatz verringert und flächendeckende und vergleichbare Daten für die Beobachtung von Veränderungen sichergestellt werden. Zusätzlich sollen Kunstbauten entlang der Treppelwege (Stiegen, Tafeln, Hektometermarken, etc.) erfasst werden. Dabei spielt die teilautomatisierte Aufnahme eine ebenso große Rolle wie die automatisierte Kategorisierung und Auswertung des erhobenen Datenmaterials.

Eine Teststrecke von 40 km entlang des Stauraums des Donaukraftwerks Greifenstein wurde ausgewählt, da in diesem Gebiet unterschiedlichste Bedingungen in Bezug auf Asphaltzustand, Lichtraumprofil, etc. vorzufinden waren.

Dauer

2020

Aktuelles und Projektstatus

Im Jahr 2020 erfolgte die Befahrung dieser Treppelwege mit dem entwickelten Messsystem, einem PKW mit folgendem Equipment ausgerüstet: LIDAR-Laserscan, hochauflösende Bodenkamera 42 MP, 360° Kamera (6 Stk. kalibrierte Einzelkameras am Dach des Fahrzeugs), GNSS-Antennen, Radsensor für die Geschwindigkeitsmessung am PKW. Gleichzeitig wurden entsprechende Bewertungs- bzw. Klassifizierungsalgorithmen eingerichtet.

Im Versuchszeitraum wurden 18.042 Einzelfotos über das 360° Kamerasystem generiert, sowie 3.007 Panoramafotos gerechnet. Die Bodenkamera erfasste zusätzlich 6.617 Fotos. Zur Aufbereitung der Daten wurde eine Visualisierungsplattform (viewerDonau) entwickelt, in der alle aufgezeichneten Fotos georeferenziert dargestellt werden können. Der große Vorteil hierbei ist die Darstellung der Fotos/Aufnahmen auf einer Karte und eine Anzeige der Anomalien auf der Karte. Diese Daten können automatisiert in eine Tabelle bzw. in einen schriftlichen Bericht übertragen werden. Das Pilotprojekt zeigte, dass mit dem neuen Messsystem ein höherer Genauigkeitsgrad als bei der manuellen Zustandserfassung erzielt werden kann, insbesondere in Hinblick auf die Detektion des Lichtraumprofils.

Ab dem Frühjahr 2021 soll die Treppelwegszustandserfassung zur Gänze automatisiert erfolgen und die bisherige manuelle Erfassung ablösen, dazu ist derzeit die Verlängerung der Kooperation mit der Wien Energie GmbH in Arbeit. Die Erfassung kann nach Ende der Kooperation durch externe Unternehmen erfolgen, die Auswertung und Aufbereitung der Daten verbleibt intern bei viadonau. Weiters werden derzeit die Algorithmen bzw. die künstliche Intelligenz zur Auswertung noch weiter verfeinert und die Visualisierungsplattform wird verbessert.

 

Das Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Maßnahme 07. Qualität von Liegestellen, Ufer- und Treppelwegen steigern des Aktionsprogramms Donau des bmvit bis 2022.