Schifffahrtsunternehmen, die Güter oder Personen grenzüberschreitend transportieren, sind laufend mit länderspezifischen administrativen Barrieren konfrontiert, die zusätzliche Kosten und Wartezeiten verursachen.

viadonau unterstützt die Arbeitsgruppe „Administrative Prozesse“ der Donauraumstrategie bei der Umsetzung des ausgearbeiteten Arbeitsplans zur Verbesserung von Grenzkontrollen im Donauraum. Dadurch soll der österreichische Schifffahrtssektor bei der internationalen Abwicklung von Transporten auf der Donau unterstützt werden.

Folgende Ziele werden hierbei verfolgt:

  • Vereinfachung der Kontrollprozesse und Verkürzung von Kontrollzeiten (simplification)

  • Vereinheitlichung der Kontrollprozesse und Kontrollformulare (harmonisation)

  • Nutzung von River Information Services (RIS) zur elektronischen Abwicklung von Kontrollprozessen und zur Übermittlung von Kontrollformularen (digitalisation) 

Weiterführende Infos: http://www.danube-navigation.eu/wg-6-administrative-processes

Partner

  • Nutzer der Wasserstraße Donau/Schifffahrtsunternehmen und Partikuliere
  • Grenzkontrollbehörden (Grenzpolizei, Zollbehörden, Schifffahrtsaufsicht)
  • Sonstige Behörden mit Relevanz für die Donauschifffahrt
  • Vertreterinnen und Vertreter des Prioritätsbereichs 1a der Europäischen Donauraumstrategie: „Binnenwasserstraßen"
  • Vertreterinnen und Vertreter des Prioritätsbereichs 11 der Europäischen Donauraumstrategie: „Sicherheit“

Aktuelles und Projektstatus

In der Arbeitsgruppe 6 „Administrative Prozesse“ der EU‑Donauraumstrategie wurde unter Federführung von viadonau ein Arbeitsplan zur Verbesserung von administrativen Abläufen an der Donau erstellt. Die Umsetzung dieser Empfehlungen erfolgt in Zusammenarbeit mit den zuständigen Kontrollbehörden (Prioritätsbereich 11 „Sicherheit“) und dem Schifffahrtssektor.

Aktuelle Schwerpunkte:

  • Digitalisierung der DAVID-Formulare
  • Planung einer elektronischen Registrierungsplattform für Grenzkontrollen

Vereinfachung

Am 16.05.2019 wurde die 3. Auflage des Handbuchs zu Grenzkontrollen an der Donau mit Informationen zu Kontrollen an den Schengen-Außengrenzen im Donauraum, zuständigen Behörden, Kontaktdaten, Öffnungszeiten, etc. veröffentlicht (Practical manual on border controls along the Danube and its navigable tributaries).

Harmonisierung

Im Rahmen der gemeinsamen Arbeitsgruppe von Priority Area 1a und Priority Area 11 der Donauraumstrategie wurden zwischen den Wasserstraßen-Nutzer:innen, den Wasserstraßenverwaltungen (vereint in PA1a) und den Grenzkontrollbehörden (vereinigt in PA11) die sogenannten DAVID Standardformulare entwickelt. Diese stellen eine harmonisierte Version von drei häufig gebrauchten Grenzkontrollformularen dar (Ankunfts- und Abfahrtsmeldung, Besatzungsliste, Fahrgastliste).

Dank der Bemühung der Arbeitsgruppe sind die harmonisierten DAVID-Formulare an allen Grenzkontrollpunkten an und außerhalb der Schengen-Außengrenzen im Donauraum im Einsatz und verringern so den administrativen Aufwand für den Schifffahrtssektor. Das betrifft konkret folgende Länder:

  • Ungarn (Anwendung seit 01. Februar 2020)
  • Kroatien (Anwendung seit 01. Februar 2020)
  • Serbien (Anwendung seit 01. März 2020)
  • Bulgarien (Anwendung seit 04. August 2020; ab Oktober 2020 auch in Single Window (BULRIS) überführt)
  • Rumänien (Anwendung seit 15. April 2022)
  • Republik Moldau (Anwendung seit 13. Mai 2022)
  • Ukraine (Anwendung seit 27. November 2020)

Digitalisierung der DAVID Formulare

In Abstimmung mit der Arbeitsgruppe “Administrative Prozesse“ stellt viadonau den DAVID Creator im DoRIS portal (https://portal.doris-info.at/IRIS_WEB/) kostenfrei zur Verfügung. Der DAVID Creator ermöglicht:

  • das elektronische Erstellen der 3 DAVID-Formulare (Ankunfts- und Abfahrtsmeldung, Besatzungsliste und Fahrgastliste), die als PDF in der gewünschten Sprache exportiert werden können. Der Versand der Formulare an die zuständigen Behörden erfolgt außerhalb der Applikation.

Der DAVID Creator entspricht dem ersten von zwei Digitalisierungsschritten. Die umfassende Digitalisierung von (Grenz-)Kontollformularen wird demnächst über das RIS COMEX Projekt abgewickelt werden (ko-finanziert über die Connecting Europe Facility). Als Upgrade zum DAVID Creator können Nutzer:innen alle erforderlichen Kontrollformulare direkt aus dem gemeinsamen Elektronischen Meldesystem (kurz: „CEERIS“) an die zuständigen Kontrollbehörden senden. Nach dem „Single Data Entry“- und „Report Only Once“-Prinzip profitieren Anwender:innen von Zeitersparnissen.

Elektronisches Registrierungssystem für Grenzkontrollen

Im Rahmen der Arbeitsgruppe “Administrative Prozesse“ wurde der Bedarf einer länderübergreifenden, elektronischen Registrierungsplattform für Grenzkontrollen identifiziert. Das sogenannte „Trans-national Electronic Registration & Time Management“-Tool (kurz: TERM) versteht sich als zusätzlicher Service zu derzeit bestehenden Anmeldeverfahren für Grenzkontrollen (keine Nutzungspflicht). Vorteile werden in der verbesserten Kontroll- und Ressourcenplanung für Grenzkontrollbehörden sowie in der erhöhten Transparenz und Planbarkeit von Grenzkontrollzeiten für die Schifffahrtsindustrie gesehen.

Basierend auf den gesammelten Rückmeldungen der Schifffahrtsindustrie und der Grenzkontrollbehörden wurde im Rahmen der PA1a & PA11-Arbeitsgruppe für Verwaltungsprozesse gemeinsam vereinbart, in einem ersten Schritt mit der Ausarbeitung des technischen Rahmens für die Umsetzung fortzufahren.