Das Nebenarmsystem Haslau-Regelsbrunn (im Bereich Strom-km 1902-1895, rechtsufrig) stellt eines der größten Nebengewässer der Donau dar. Trotz der bestehenden Flussregulierung können in diesem Bereich noch kleinräumige Sedimentations- und Erosionsprozesse beobachtet werden, die für auentypische Pflanzen und Tiere wichtig sind. Dafür ist die niedrige Höhenlage des Auwaldes, aber auch ein erstes Renaturierungsprojekt aus den 1990er Jahren verantwortlich. Der überwiegende Teil der Auenlandschaft wurde 1989 vom WWF mit Spendengeldern „freigekauft“ und wird seit 1996 vom Nationalpark Donau-Auen verwaltet. Ohne die verstärkte Anbindung des Nebenarmsystems an die Donau wird das Gewässer allerdings trocken fallen. Die Anbindungsdauer sank bereits deutlich von 200 Tagen im Jahr 1998 auf derzeit etwa 140 Tage im Jahr.

Maßnahmenbeschreibung

Im Zuge der Anbindung des Nebenarmsystems Haslau-Regelsbrunn soll gemäß der Vorplanung etwas stromab der Haslauer-Traverse eine Einströmöffnung entstehen, durch die nahezu ganzjährig Wasser in das Nebengewässer einfließen kann. Ein Uferrückbau-Abschnitt erstreckt sich von dieser Einströmöffnung bis kurz vor dem Rechtsknick der Donau, wodurch ein natürliches Donauufer entsteht. Die bestehenden Kastendurchlässe aus Beton entlang des Donauufers werden entfernt. Damit das Wasser ungehindert durch das System fließen kann, werden die Reste der durchtrennten Mitterhaufen-Traverse entfernt und die Regelsbrunner-Traverse teilweise durch großzügigere Durchlässe ersetzt. Ein neu gestalteter Auslaufbereich sorgt dafür, dass das Wasser und auch die mitgeführten Sedimente wieder in die Donau zurücklaufen können. Sowohl im Einlaufbereich, als auch im Auslauf soll eine nahezu ganzjährige Fischpassierbarkeit sichergestellt werden. Nach dem Rechtsknick der Donau soll am Hauptufer ein großer Uferrückbaubereich ein weiteres Nebengerinne der Donau schaffen und den Inselcharakter der hier vorhandenen Kiesstrukturen verstärken. Nach Erarbeitung einer technisch-funktionalen Variante, muss das Wegenetz entsprechend adaptiert werden.

In Summe würden durch diese Maßnahmen auf einer Gesamtlänge von etwa 10 km mehrere ganzjährig durchströmte Nebenarme der Donau sowie etwa 4 km Naturufer entlang des Hauptstroms mit einigen Inseln entstehen. Der Verlandung des Nebenarmsystems kann auf diese Weise entgegengewirkt werden.

Die folgenden Bilder zeigen die derzeitige Situation des Nebenarmsystems Haslau-Regelsbrunn.

Aktuelles & Ausblick

Die Gewässervernetzung befindet sich derzeit in der Detailplanungsphase. In Kürze starten Probeschürfe zur Erkundung der Bauweise der Regulierungsbauwerke und des Untergrunds.

Der in früheren Jahren im Zuge von Erhaltungsbaggerungen der Wasserstraße aufgeschüttete Kieshaufen bei Wildungsmauer, der sich im Nahbereich der Ausströmöffnung befand, wurde bereits 2019 wieder in die Donau eingebracht. Das Material wurde im Rahmen des Geschiebemanagements von viadonau zur Reduzierung der Eintiefung der Donausohle eingesetzt.

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