Umweltfreundliche Energie für eine Zukunftsbranche

Die Binnenschifffahrt an der österreichischen Donau ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung.  Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung. Insbesondere die Kabinenschifffahrt erfreut sich steigender Passagier-, Schiffs- und Anlegezahlen. Eine Entwicklung, die auch Umwelt und Anrainer vor neue Herausforderungen stellt. Fehlen Landstromanschlüsse an den Schiffsanlegestellen, kommen auf liegenden Kreuzfahrtschiffen Dieselaggregate zur Versorgung der elektrischen Einrichtungen zum Einsatz. Um Lärmemissionen und Schadstoffbelastungen an häufig frequentierten Hot Spots zu reduzieren und dem kontinuierlichen Wachstum der Schifffahrtsbranche mit modernen infrastrukturellen Lösungen Rechnung zu tragen, braucht es daher ein zeitgemäßes Energiekonzept.

Landseitige Stromversorgung – wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll

Gerade in Ballungszentren und Luftsanierungsgebieten ist eine effiziente und ökologisch sinnvolle Energieversorgung der Schifffahrt wesentlich, um sowohl den Wirtschaftsstandort als auch die Wettbewerbsfähigkeit und Umweltverträglichkeit des Verkehrsträgers Wasserstraße nachhaltig zu stärken. Durch den Anschluss von Binnenschiffen an das örtliche Stromnetz kann während des Stillliegens auf Diesel-Aggregate verzichtet und so Lärm und Abgase für Anrainer, Schiffsbesatzungen und Passagiere deutlich reduziert werden.  In der Bundesrepublik Deutschland wurde in Städten wie Würzburg, Regensburg und Passau damit begonnen, zeitgemäße Systeme zur landseitigen Energieversorgung der Schifffahrt aufzubauen - mit dem Ziel einen bestmöglichen Service für den Nutzer zu bieten. Diese Initiativen können auch als Grundlage für die österreichische Donau dienen.

Leitplanung Landstrom – wie wir ans Ziel kommen

viadonau unterstützt dieses wichtige Modernisierungsvorhaben und koordiniert im Auftrag des BMVIT die Erstellung einer bundesländerübergreifenden Leitplanung zu Errichtung und Betrieb von Landstromanlagen an der österreichischen Donau. Die Abstimmung mit den verantwortlichen Akteuren in den Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich und Wien erfolgt im Rahmen von Arbeitsgruppensitzungen. Auf diese Weise können alle Beteiligten (Netzbetreiber, Stromversorger, Ländenbetreiber sowie Vertreter der Länder) vom bundesländer-übergreifenden Erfahrungs- und Know-how-Austausch profitieren. Durch Einbindung bayerischer Akteure in diese Leitplanung sollen grenzüberschreitend einheitliche Standards sichergestellt werden.

Die von viadonau koordinierte Leitplanung umfasst die technische Spezifikation von Landstromanlagen, Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit sowie die Erstellung eines übergeordneten Organisationskonzepts (inkl. Zugangs- und Verrechnungssystem).        
Die Leitplanung soll ein einheitliches und übersichtliches Landstromsystem an der österreichischen Donau sicherstellen und als Grundlage für die darauffolgende Errichtung und den Betrieb von Landstromanlagen dienen.

Ein ambitionierter Zeitplan

Der mit den Akteuren aus den Bundesländern vereinbarte Zeitplan sieht vor, die Leitplanung voraussichtlich noch Ende 2019 abzuschließen. Die Detailplanung für die Landstromanlagen, die Durchführung der Behördenverfahren sowie die Errichtung der Anlagen könnten somit schon 2020 erfolgen – zur Umsetzung dieser Schritte sind derzeit in den Bundesländern künftige Landstrombetreiber in Diskussion. Bereits 2021 könnten so erste Landstromanschlüsse genutzt werden.