Die Binnenschifffahrt ist, aufgrund ihrer geringen Größe im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern, im Verkehrswesen ein Nischensektor. Für die Weiterentwicklung dieses effizienten und umweltfreundlichen Verkehrsträgers ist die Berücksichtigung des Innovationsbedarfs hinsichtlich Infrastruktur, Digitalisierung, Aus- und Weiterbildung sowie Flottenmodernisierung in der europäischen Forschungsagenda eine Voraussetzung.

Aktivitäten 2017

Im Jahr 2017 konnte für das Arbeitsprogramm 2018-2020 des EU-Programms für Forschung und Innovation "Horizon 2020" eine besondere Berücksichtigung des Innovationsbedarfs für Binnenschifffahrt und Binnenwasserstraßen erreicht werden (Ausschreibung "Moving freight by water: Sustainable Infrastructure and Innovative Vessels"). Die dafür nötige Zusammenarbeit mit dem bmvit sowie in den bestehenden Partnerschaften und Verbindungen mit relevanten Akteuren (z. B. Wasserstraßenbetreibern anderer Länder, Forschungspartnern, Sektor- und Industrievertretern) wurde für die Vorbereitung des Forschungsprogramms der nächsten Finanzperiode der EU (2021-2028) fortgesetzt.

Darüber hinaus wurde die Verbindung zur Technologieplattform ALICE (Logistik und Supply-Chain-Management) aktiv aufgenommen, damit auch im nächsten Innovationsprogramm der EU Binnenschifffahrt und Binnenwasserstraßen in geeigneter Form berücksichtigt werden.

Aktivitäten 2018

Im Jänner 2019 veröffentlichten die europäischen Sektorvertretungen für den Binnenschifffahrtssektor - European Barge Union (EBU), European Federation of Inland Ports (EFIP), European Inland Barging Innovation Platform (EIBIP), European Skippers’ Organisation (ESO), Waterborne Technology Platform und Inland Navigation Europe (INE) - eine gemeinsame Strategie für zielgerichtete Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Binnenschifffahrts- und Hafenbereich („Strategic Research Agenda“). Um die Ziele der Strategie zu erreichen, bedarf es sowohl Investitionen des Binnenschifffahrtssektors als auch der Europäischen Union. Die entsprechende Berücksichtigung der Binnenschifffahrt und der Häfen im künftigen „Horizon Europe“ Programm und der „Connecting Europe Facility 2021 – 2027“ der Europäischen Union ist daher essenziell. Die „Strategic Research Agenda“ ist damit auch ein Aufruf des Sektors an die Europäische Union den identifizierten Forschungs- und Entwicklungsbedarf zu berücksichtigen.

Ein gleichgeartetes und gleichnamiges Dokument („Strategic Research Agenda“) mit demselben Ziel wurde ebenfalls im Jänner 2019 von der Waterborne Technology Platform veröffentlicht. Der große Unterschied zwischen den beiden Dokumenten ist, dass der Fokus der Waterborne Technology Platform nicht ausschließlich bzw. nur zum Teil auf der Binnenschifffahrt liegt. Im Vordergrund steht hier der wesentlich größere Sektor der Hochseeschifffahrt.

Als Mitglied des Inland Navigation Europe (INE)-Vorstands war viadonau im Berichtszeitraum maßgeblich an der Ausarbeitung beider „Strategic Research Agendas“ beteiligt. Im Rahmen der INE-Plattform treffen europäische Wasserstraßenverwaltungen und Interessensvertretungen zusammen, um unter anderem die Binnenschifffahrt in europäischen Strategien zu verankern.



Die Aktivität leistet einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Maßnahme
14. Donauschifffahrt in europäischen Strategien verankern des Aktionsprogramms Donau des bmvit bis 2022.