Liegestellen dienen Wasserfahrzeugen zum Anlegen und Stillliegen außerhalb der Fahrrinne und sind damit ein wichtiges Infrastrukturelement einer Wasserstraße. Das Projekt zielt darauf ab, das öffentliche Liegestellenangebot für die Großschifffahrt (Güter- und Personenschifffahrt) entsprechend dem Kundenbedarf und den rechtlichen Vorgaben weiterzuentwickeln. Konkurrierende Wechselwirkungen zwischen der Güter- und der Personenschifffahrt sollen genauso berücksichtigt werden wie derzeitige und zukünftige Vorgaben der Europäischen Union (z.B. RL über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe).

Im Zuge des Projekts werden Bedarfs- und Machbarkeitsanalysen ausgearbeitet, auf Basis derer gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Liegestellenangebots an der österreichischen Donau umgesetzt werden sollen. Die Realisierung und Finanzierung dieser Maßnahmen erfolgt in nachgelagerten Projekten, wie der Initiative "Sanierung öffentliche Länden". In Abstimmung mit dem Schifffahrtssektor wird außerdem ein Katalog mit qualitativen und quantitativen Kriterien zur Aufwertung ausgewählter Liegestellen erarbeitet.

Dauer

 01.01.2017 – 31.12.2019

Aktuelles und Projektstatus

  • Wertvolle Erkenntnisse bezüglich Liegestellenentwicklung und –bedarf wurden durch internationale Vor‑Ort‑Besuche sowie Bedarfserhebungen gewonnen. Bauliche Mängel im sichtbaren Bereich von Liegestellen mit senkrechtem Uferverbau wurden 2017 erfasst. Kostenschätzungen für die Behebung dieser Mängel wurden ebenfalls bereits ermittelt. 
  • Um festzustellen, an welchen Liegestellen die Schiffe am stärksten von zukünftigen Verbesserungen profitieren können, untersucht viadonau seit August 2017 die Nutzungsfrequenz aller öffentlichen Liegestellen für die Güter- und Personenschifffahrt entlang der österreichischen Donau. Diese Daten ermöglichen viadonau eine sehr nahe an den Bedürfnissen des Schifffahrtssektors ausgerichtete Liegestellenentwicklung.

  • 2018 wurde eine Machbarkeitsstudie zum Ausbau des Landstrom-Angebots für Binnenschiffe in den vier öffentlichen Donauhäfen Linz, Enns, Krems und Wien ausgearbeitet. Es wurde festgestellt, dass eine Anpassung der Infrastruktur auf ein zeitgemäßes Leistungsniveau für Güter- und Personenschiffe in allen vier Häfen möglich ist. Darüber hinaus wurden Kostenschätzungen für den entsprechenden Ausbau ermittelt. Die Erhebung der Anforderungen des Schifffahrtssektors an Landstromsysteme ist in Bearbeitung.    

  • Eine weitere Machbarkeitsstudie wurde ebenfalls 2018 abgeschlossen, die mögliche Varianten der baulichen Aufwertung und Sanierung bestehender Liegestellen in Linz und Wien untersuchte und entsprechende Kostenschätzungen aufstellte. Neben Installations- und Sanierungskosten wurden auch langfristige Wartungs- und Instandhaltungskosten berücksichtigt. Die Aufwertung einer Liegestelle in Linz (Trockengutlände Linz-Mitte) und einer weiteren in Wien ist für die kommenden Jahre vorgesehen. Ebenso wurden Sanierungsmaßnahmen für Liegestellen mit bestehendem Senkrechtverbau in Wien budgetiert.  

  • Darüber hinaus wurden 2018 in Kooperation mit der Obersten Schifffahrtsbehörde zwei Maßnahmen des Verkehrsmanagements in Wien umgesetzt. Zum einen wurde die ehemalige „Öffentliche Fahrgastlände“, welche über einen Senkrechtverbau verfügt, auch für die Güterschifffahrt freigegeben und in „Brigittenau III“ umbenannt. Zum anderen wurde an allen öffentlichen Liegestellen in Wien mit Senkrechtverbau die maximale Liegedauer auf 48 Stunden beschränkt, um diese Liegestellen für eine höhere Anzahl an Schiffen verfügbar zu halten (Ausnahmen: die beiden Tankländen in der Neuen Donau sowie die beiden Grenzkontrollländen). Diese beiden Maßnahmen verbessern die Situation für die Güterschifffahrt in Wien.


Das Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Maßnahme 07. Qualität von Liegestellen, Ufer- und Treppelwegen steigern des Aktionsprogramms Donau des bmvit bis 2022.