Pilotprojekt Bad Deutsch-Altenburg

Das Pilotprojekt Bad Deutsch-Altenburg (PP BDA) war bereits das sechste Pilotprojekt im Nationalpark Donau-Auen. Zielsetzung des Vorhabens war es, jene flussbaulichen Maßnahmen zu testen, die im Rahmen zukünftiger Vorhaben in der gesamten Donaustrecke zwischen dem Kraftwerk Freudenau und der Staatsgrenze umgesetzt werden sollen. In der in etwa 3 km langen Projektstrecke wurden erstmals alle Maßnahmen gemeinsam umgesetzt: Uferrückbau und Uferabsenkung, die Anbindung eines Nebenarmes, die Optimierung der Niederwasserregulierung und die Granulometrische Sohlverbesserung zur Stabilisierung der Stromsohle.

Das Pilotprojekt diente nicht nur einer Erprobung wasserbaulicher Eingriffe und bautechnischer Vorgänge, sondern auch der Entwicklung und Erprobung der erforderlichen technischen und ökologischen Beurteilungsverfahren.

Wesentliches Ziel war und ist die erstmalige Erprobung der Granulometrischen Sohlverbesserung in der Natur. Das für die Donau östlich von Wien entwickelte Verfahren zur Stabilisierung der Stromsohle hat sich in Computermodellen und im Versuchslabor der TU Wien bereits bestens bewährt. Die Umsetzung in einer kurzen Versuchsstrecke ist nun der nächste logische Schritt.

Das Pilotprojekt wurde im Rahmen der Planungen für das Flussbauliche Gesamtprojekt entwickelt und folgt damit dessen integrativen Planungsansatz. D.h. das Vorhaben setzt die vom interdisziplinär besetzten Leitungsausschuss entwickelten Planungsgrundsätze in die Praxis um und lernt dabei schrittweise vom Fluss.

Die Bauumsetzung erfolgte zwischen Februar 2012 und Juli 2014. Derzeit werden im Rahmen des Postmonitorings die Auswirkungen der umgesetzten Maßnahmen ausgewertet.

BEGLEITENDES AKTEURSFORUM

Die Umsetzung des Pilotprojekts Bad Deutsch-Altenburg wurde von einem Stakeholder-Beteiligungsmodell begleitet. Betroffene und interessierte Gruppen hatten so die Möglichkeit, das Pilotprojekt zu begleiten und bei dessen konkreter Ausgestaltung und Auswertung im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten mitzuwirken.

Zentrales Element des Modells war das Akteursforum. Im Akteursforum waren die wesentlichen Anspruchsgruppen des Pilotprojekts vertreten. Vor der Konstituierung des Akteursforums wurden innerhalb der Bereiche Wirtschaft und Umwellt je vier Vertreter gewählt bzw. nominiert. Weitere Akteure waren der Nationalpark Donau-Auen sowie die Internationale Kommission zum Schutz der Donau (IKSD). Jeder dieser Akteure war bei Beschlüssen des Akteursforums stimmberechtigt.

Neben den stimmberechtigten Akteuren konnten nach fristgerechter Anmeldung auch Beobachter an den Sitzungen des Akteursforums teilnehmen.

Dem Akteursforum wurde ein Science Board beratend zur Seite gestellt. Das Science Board wurde von den Akteuren selbst eingesetzt und setzt sich aus unabhängigen und anerkannten Experten der jeweiligen Fachbereiche zusammen. Folgende für das Pilotprojekt relevante Fachbereiche werden abgedeckt: Schifffahrt und Nautik, Biodiversität, Ökologischer Wasserbau, Hydrologie und Grundwasser, Hydrobiologie und Fischökologie.

Die Prozessbegleitung betreute die Organisation des Akteursforums, strukturierte und moderierte die Treffen des Akteursforums und dokumentierte seine Ergebnisse.

Nach der erstmaligen Präsentation und Diskussion des Stakeholder-Beteiligungsmodells am 05.10.2011 fanden in Summe 19 Treffen statt. Bei der letzten Sitzung am 19.01.2015 wurde ein gemeinsames Abschlussstatement veröffentlicht. Die Evaluierung des Akteursforums stellte sowohl dem Beteiligungsmodell als auch dem Pilotprojekt Bad Deutsch-Altenburg ein hervorragendes Zeugnis aus.

Letzte Änderung:
13. 09. 2016


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