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Haslau-Regelsbrunn & Spittelauer Arm

Im Zuge des Maßnahmenkatalogs für die Donau östlich von Wien sollen mehrere Nebenarmsysteme wieder an den Hauptstrom angebunden werden. Derzeit befindet sich die Wiederanbindung der beiden Nebenarmsysteme Haslau-Regelsbrunn und Spittelauer Arm in Vorbereitung.

Projektziele

  • Förderung der dynamischen Auenlandschaft - Dieser sehr selten gewordene Lebensraum wird durch Erosion und Sedimentation vom Wasser gestaltet. Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sind auf derartige Bedingungen angewiesen – kiesbrütende Vögel, Weiden und Pappeln.
  • Verbesserung der Lebensbedingungen für Fische - Insbesondere die gefährdeten Auen-typischen Fischarten werden durch die Maßnahmen profitieren. Die mit dem Hauptstrom verbundenen ausgedehnten Nebenarmsysteme stellen Laichplätze und wellenschlaggeschützte Kinderstuben für strömungsliebende Fische dar.
  • Stabilisierung der Donausohle und Hochwasserschutz - Durch die Aufteilung des Donauabflusses und die Auweitung der Ufer durch Rückbauten sinkt die Belastung der Stromsohle. Dadurch wird weniger Kies vom Sohlgrund ausgewaschen und die Sohleintiefung geht zurück. Eine intakte Auenlandschaft kann im Hochwasserfall größere Wassermengen zurückhalten (Retentionsbereich), wodurch die Hochwasserspiegel geringfügig sinken.
Lageplan der Gewässervernetzungen Haslau-Regelsbrunn und Spittelauer Arm
Lageplan der Gewässervernetzungen Haslau-Regelsbrunn und Spittelauer Arm

Haslau-Regelsbrunn

Das Nebenarmsystem Haslau-Regelsbrunn (im Bereich Strom-km 1902-1895, rechtsufrig) stellt eines der größten Nebengewässer der Donau dar. Trotz der bestehenden Flussregulierung können in diesem Bereich noch kleinräumige Sedimentations- und Erosionsprozesse beobachtet werden, die für auentypische Pflanzen und Tiere wichtig sind. Dafür ist die niedrige Höhenlage des Auwaldes, aber auch ein erstes Renaturierungsprojekt aus den 1990er Jahren verantwortlich. Der überwiegende Teil der Auenlandschaft wurde 1989 vom WWF mit Spendengeldern „freigekauft“ und wird seit 1996 vom Nationalpark Donau-Auen verwaltet. Ohne die verstärkte Anbindung des Nebenarmsystems an die Donau wird das Gewässer allerdings trocken fallen. Die Anbindungsdauer sank bereits deutlich von 200 Tagen im Jahr 1998 auf derzeit etwa 140 Tage im Jahr.

Maßnahmenkonzept Gewässervernetzung Haslau-Regelsbrunn

Maßnahmenbeschreibung

Im Zuge der Anbindung des Nebenarmsystems Haslau-Regelsbrunn soll etwas stromab der Haslauer-Traverse eine Einströmöffnung entstehen, durch die nahezu ganzjährig Wasser in das Nebengewässer einfließen kann. Ein Uferrückbau-Abschnitt erstreckt sich von dieser Einströmöffnung bis kurz vor dem Rechtsknick der Donau, wodurch ein natürliches Donauufer entsteht. Die bestehenden Kastendurchlässe aus Beton entlang des Donauufers werden entfernt. Damit das Wasser ungehindert durch das System fließen kann, werden die Reste der durchtrennten Mitterhaufen-Traverse entfernt und die Regelsbrunner-Traverse teilweise durch großzügigere Durchlässe ersetzt. Ein neu gestalteter Auslaufbereich sorgt dafür, dass das Wasser und auch die mitgeführten Sedimente wieder in die Donau zurücklaufen können. Sowohl im Einlaufbereich, als auch im Auslauf soll eine nahezu ganzjährige Fischpassierbarkeit sichergestellt werden. Nach dem Rechtsknick der Donau soll am Hauptufer ein großer Uferrückbaubereich ein weiteres Nebengerinne der Donau schaffen und den Inselcharakter der hier vorhandenen Kiesstrukturen verstärken.

In Summe entstehen so auf einer Gesamtlänge von etwa 10 km mehrere ganzjährig durchströmte Nebenarme der Donau sowie etwa 4 km Naturufer entlang des Hauptstroms mit einigen Inseln.

Der in früheren Jahren bei Wildungsmauer aufgeschüttete Kieshaufen wird vor dem Gewässervernetzungsprojekt wieder in die Donau eingebracht. Das Material wird im Rahmen des Geschiebemanagements zur Reduzierung der Eintiefung der Donausohle eingesetzt.

Die folgenden Bilder zeigen die derzeitige Situation des Nebenarmsystems Haslau-Regelsbrunn.

Auslaufbauwerk Haslau-Regelsbrunn
Auslauf Haslau-Regelsbrunn ©viadonau
Einlaufbauwerk Haslau-Regelsbrunn
Einlaufbauwerk Haslau-Regelsbrunn ©viadonau
Nebenarmsystem Haslau-Regelsbrunn ©viadonau
Nebenarmsystem Haslau-Regelsbrunn ©viadonau

Spittelauer Arm

Im Donauabschnitt Petronell bis Hainburg wurden in den letzten Jahren einige bedeutende Renaturierungsprojekte umgesetzt und die Niederwasserregulierung angepasst. Mit dem Uferrückbau Thurnhaufen wurden nahezu 3 km Naturufer geschaffen. Das mit dem Nationalpark Donau-Auen umgesetzte Projekt wurde von der EU als bestes LIFE Projekt 2007/2008 ausgezeichnet. Weitere 1,4 km Uferrückbau wurden in den Jahren 2012 bis 2014 umgesetzt. In diesem Zeitraum wurde auch der Johler Arm wieder beidseitig an den Hauptstrom angebunden. Fachleute aus aller Welt besuchen diese Leuchtturmprojekte. Der nächste bedeutende Schritt zur Renaturierung des Abschnittes ist die Wiederanbindung des Spittelauer Nebenarmsystems, das sich auf Höhe der Stadt Hainburg am gegenüberliegenden, linken Donauufer erstreckt (im Bereich Strom-km 1886-1882, linksufrig).

Maßnahmenübersicht Spittelauer Arm
Maßnahmenkonzept Spittelauer Arm

Maßnahmenbeschreibung

Die bestehende Einströmöffnung wird tiefergelegt, damit nahezu ganzjährig Wasser in den Nebenarm fließen kann. Die im Längsverlauf bestehenden Traversen aus Blocksteinen werden entfernt. Die große Mündungstraverse wird großteils abgebaut, damit das Wasser und die mitgeführten Sedimente wieder in die Donau zurückfließen können. Ziel ist die Schaffung eines etwa 4 km langen Nebengewässers, das möglichst ganzjährig durchströmt ist. Dadurch wird auch die Fischpassierbarkeit gewährleistet. Der Thurnhaufen gegenüber der Stadt Hainburg wird durch das Vorhaben zu einer Insel, der den Auwaldbewohnern als Rückzugsgebiet dienen wird.

Traverse beim Spittelauer Arm
Spittelauer Traverse ©viadonau
Durchführung von Probeschürfen im Auslaufbereich - Spittelauer Arm
Durchführung von Probeschürfen im Auslaufbereich - Spittelauer Arm ©viadonau

Aktuelles & Ausblick

Derzeit befinden sich beide Vorhaben in der Planungsphase.

Die Umsetzung der Gewässervernetzungen ist im Rahmen eines LIFE Projekts unter dem Titel "Dynamic Life Lines Danube" anvisiert. Dazu wurde das Vorhaben bereits im Call 2018 LIFE Nature Programm eigereicht und hat mittlerweile die erste Bewertungsrunde erfolgreich absolviert. Ergebnisse der zweiten Bewertungsrunde werden mit Sommer 2019 erwartet.

Kontakt

Wenn Sie Fragen zum Projekt haben oder sich in die Planung der Gewässervernetzungen einbringen möchten, erreichen Sie das Planungsteam unter lebendige.wasserstrasse[at]viadonau.org

Seiteninformation

Letzte Änderung:
15. 02. 2019

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