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Den Fischen auf der Spur

viadonau, FGP

Mit hochtechnologischen Messgeräten ist die Universität Wien (Department Limnologie und Bio- Ozeanographie) mit einem Team rund um Dr. Hubert Keckeis den Fischen in der Donau auf der Spur. Am 19. Oktober konnte man am Johler Arm bei Hainburg das ARIS 1800 Sonar im Einsatz erleben. Das Gerät arbeitet ähnlich einem Ultraschall und kann Schallimpulse im Gewässer in digitale Bilder umwandeln. Derzeit ist es im Uferbereich des Nebenarmes befestigt, der Echolotstrahl reicht über das gesamte Querprofil bis zum nächsten Ufer. So können stromauf und stromab wandernde Fische erkannt sowie ihre Zahl und Größe vermessen werden. Manchmal ziehen ganze Schwärme von kleinen Fischen über den Bildschirm, dann sind wieder einzelne große Individuen erkennbar – Fischbeobachtung live!

Johler Arm

Foto: © viadonau

Monitoring

Foto: © viadonau

Seit im März 2014 der Johler Arm bei Hainburg im Rahmen des Pilotprojekts Bad Deutsch-Altenburg wieder an die Donau angebunden wurde, fließt hier wieder das ganze Jahr Wasser. Natürlich möchte man da auch wissen, wie sich das auf die Fischbesiedelung ausgewirkt hat. So sind unter anderem Erhebungen zur Fischökologie Teil eines universitären Monitoringprogramms zum Pilotprojekt. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen! Die Aufzeichnungen mit dem Echolot zeigen das ganze Jahr über eine ausgesprochen rege Aktivität im Johler Arm. So konnten bisher bei Messungen im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter zwischen 14 300 und 17 800 Fische über einen Zeitraum von jeweils 24 Stunden nachgewiesen werden. Dabei hat sich die Zahl der Fische vor allem im Frühjahr und Herbst gegenüber den Messungen vor der Bauumsetzung vervielfacht. Die durchschnittliche Länge der gemessenen Individuen beträgt ca. 17 Zentimeter, das größte bisher erfasste Individuum hatte eine Länge von ca. 76 Zentimeter. Es sind also alle Alters- und Größenklassen unterwegs. Eine besondere Bedeutung scheint der Nebenarm auch als Einstand im Winter zu haben, denn hier sind die bisher höchsten Zahlen zu verzeichnen.

Seit der Wiederanbindung an die Donau ist der Johler Arm auf natürliche Weise laufend in Veränderung begriffen. Die Kräfte des Wassers sorgen für fast senkrechte Uferanbrüche an den Prallhängen und extrem flache Kiesufer in den Gleituferbereichen. Beide Lebensraumtypen sind ökologisch besonders wertvoll und werden von verschiedenen Tierarten genutzt. Diese Lebensraumvielfalt setzt sich auch im Gewässer fort. Hier sind von fast stehenden Gewässerbereichen bis hin zu stark strömenden Abschnitten sämtliche Übergänge zu entdecken. So finden zahlreiche Fischarten mit ihren unterschiedlichen Lebensraumbedürfnissen, aber auch die unterschiedlichen Altersklassen ihre geeignete Nische. Ein weiterer Beitrag zur Erhaltung des guten ökologischen Zustandes der Donau im Nationalpark Donau-Auen ist umgesetzt!


Mehr zur vielfältigen Fischwelt Donau gibt es jetzt in unserem Blog.

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Robert Toegel



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