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Lernen vom Fluss – Erkenntnisse aus sieben Jahren Flussforschung

Presseinformation, FGP

Anlässlich des erfolgreichen Abschlusses des Christian Doppler Labors „IM Fluss“ lud viadonau wissenschaftliche Wegbegleiter der gemeinsamen Erforschung der Donau östlich von Wien zur Themenfahrt „Lernen vom Fluss“. Die Schiffsfahrt an Bord des MS Negrelli führte nach Hainburg zur frei fließenden Donau und gewährte unmittelbare Einblicke in die Erkenntnisse aus sieben Jahren Flussforschung. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf innovativen Methoden in Fließgewässermonitoring, Modellierung und Flussbau.

BOKU-Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Josef Glößl, viadonau-Gechäftsführer DI Hans-Peter Hasenbichler und Univ.-Prof. Dr. Reinhart Kögerler, Präsident der Christian Doppler Forschungsgesellschaft, begrüßen die Gäste auf dem Schiff MS Negrelli

v.l.n.r.: BOKU-Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Josef Glößl, viadonau-Gechäftsführer DI Hans-Peter Hasenbichler und Univ.-Prof. Dr. Reinhart Kögerler, Präsident der Christian Doppler Forschungsgesellschaft, begrüßen die Gäste auf dem Schiff MS Negrelli, Foto: © viadonau

Flüsse prägen als wertvolle Lebensadern einzigartige Natur- und Wirtschaftsräume. Um sie als solche zu erhalten und weiterzuentwickeln, steht für viadonau die integrative Verknüpfung ökologischer und wirtschaftlicher Ziele im Fokus. Besonders wichtig ist dabei, Wissen und Verständnis über die komplexen Prozesse im Fluss kontinuierlich zu erweitern und so die Wirkung wasserbaulicher Maßnahmen zu verbessern. Das von viadonau mitgegründete Christian Doppler Labor (kurz "CD-Labor") widmete sich der Entwicklung neuer Messmethoden zur Erfassung dieser wesentlichen Prozesse. Mit der Weiterentwicklung verlässlicher Prognosemodelle zur Wirkung wasserbaulicher Eingriffe sollen flussbauliche Maßnahmen zukünftig treffsicherer, vorausschauender und umweltschonender geplant und umgesetzt werden. Schließlich war auch die Optimierung der Wasserbaumethoden selbst Forschungsgegenstand.

Fahrt zu den Stationen einer erfolgreichen Zusammenarbeit
Die heutige Themenfahrt führte nach Hainburg, mitten in das Gebiet des Nationalparks Donau-Auen. Dort wurden jene Streckenabschnitte in Augenschein genommen, die im Rahmen der Flussbauprojekte von viadonau auch im Zentrum der Zusammenarbeit mit dem CD-Labor standen. Im Umfeld der besonderen Gegebenheiten der frei fließenden Donau ließen Expertinnen und Experten aus den Bereichen ökologischer Wasserbau und Gewässerforschung die vielfältigen Erkenntnisse, Erfahrungen und Herausforderungen aus sieben Jahren "Lernen vom Fluss" Revue passieren. Reinhart Kögerler, Präsident der Christian Doppler Forschungsgesellschaft zeigte sich begeistert von den Erfolgen des Laobrs. "Die Besonderheit an diesem Labor lag in der Kombination aus Grundlagenforschung mithilfe von theoretischer Modellierung einerseits und Naturversuchen in der Donau andererseits und den daraus resultierenden einzigartigen Erkenntnissen."

Sowohl der Uferrückbau bei Witzelsdorf (Bauumsetzung 2007 bis 2009) als auch das Pilotprojekt Bad Deutsch-Altenburg (Bauumsetzung 2012 bis 2014) wurden vom CD-Labor wissenschaftlich begleitet und förderten dabei eine Fülle neuer Erkenntnisse zu den Wirkungen des ökologischen Flussbaus aber auch den Folgen von Hochwasser auf das Flussbett der Donau zutage. Gemeinsam mit den Forschungspartnern viadonau und UWITEC legte das Labor unter der Leitung von Prof. Helmut Habersack von der Universität für Bodenkultur, Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiven Wasserbau (IWHW) drei für die Untersuchung der Fließgewässerdynamik wesentliche Schwerpunkte: "Durch den Einsatz modernster Messtechnik konnten wir viele Methoden verfeinern und so das Verständnis der Abläufe im Fluss verbessern. Darüber hinaus haben wir mehrdimensionale mathematische Modelle entwickelt, um Fließdynamik, Sedimenttransport, Flussmorphologie sowie ökologische Prozesse präzise zu simulieren. Mithilfe der Prozessmodelle und des intensiven Monitorings der Wirkungen wasserbaulicher Eingriffe war es schließlich möglich, innovative flussbauliche Maßnahmen umzusetzen, die dem Lebensraum und der Wasserstraße Donau östlich von Wien wirtschaftlich und ökologisch zugutekommen. Aber das Wichtigste ist es, in die Natur zu schauen und nicht nur im Labor zu testen."

Für seine lösungs- und zukunftsorientierte Zusammenführung von Umwelt-, Wirtschaft- und Wissenschaftsinteressen wurde das CD-Labor 2015 mit dem science2business Award des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ausgezeichnet. "Die Erkenntnisse aus der gemeinsamen Forschungsarbeit sind für uns von unschätzbarem Wert auch und vor allem wenn es um eine nachhaltige Zukunft der Donau östlich von Wien geht. Sie unterstützen viadonau maßgeblich dabei, künftige Maßnahmen punktgenau und vorausschauend zu setzen und bilden auf diese Weise die wissenschaftliche Basis für den neuen Maßnahmenkatalog für die Donau zwischen Wien und Bratislava", erklärt viadonau-Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler.

Die Forschungsergebnisse nützen nicht nur den Partnern. Im Rahmen der Zusammenarbeit wurden über 100 wissenschaftliche Publikationen und Konferenzbeiträge erstellt. Bereits im Herbst 2015 zogen Expertinnen und Experten bei einer Fachtagung an der Universität für Bodenkultur Wien eine erste umfassende Zwischenbilanz zu den Wirkungen der einzelnen Maßnahmen des Pilotprojekts Bad Deutsch-Altenburg.

Weiterführende Informationen:

Website des CD-Labors „IM Fluss“ mit einem Verzeichnis der wissenschaftlichen Publikationen und Dokumentationen zu Forschungsgeschichte und –ergebnissen

Der Tagungsband zur Fachtagung zum Pilotprojekt Bad Deutsch-Altenburg kann im viadonau-Publikationsbereich heruntergeladen werden.

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Letzte Änderung:
26. 06. 2017