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Herausforderung extremes Niederwasser

viadonau, Sicherheit

Die aktuelle Wasserführung der Donau ist so gering wie schon lange nicht mehr. Dies stellt die Schifffahrt als Nutzer und viadonau als Erhalter und Betreiber der Wasserstraße Donau vor große Herausforderungen.

Die Donauschifffahrt leidet aktuell unter extrem niedrigen Wasserständen, welche bereits seit Mitte Juli 2015 andauern. So liegt der aktuelle Wert für den Pegel Wildungsmauer östlich von Wien heute bei 117 cm, dies ist 45 cm unter dem definierten langjährigen Niederwasser-Pegelstand von 162 cm. Eine vergleichbar lang andauernde Niederwasserperiode konnte in den letzten 60 Jahren lediglich einmal im Jahr 2003 verzeichnet werden.

viadonau betreibt ein proaktives Wasserstraßen-Management und hat als Erhalter der Wasserstraße Donau die Schifffahrtsrinne östlich von Wien durch entsprechende Erhaltungsbaggerungen freigehalten. Diese Maßnahmen dauerten von Anfang August bis Mitte September und hatten einen Umfang von ca. 125.000 m3 Kies, die dem Strom an geeigneter Stelle wieder zugegeben wurden. Durch diese raschen und proaktiven Maßnahmen konnte die grundsätzliche Aufrechterhaltung der Donauschifffahrt gewährleistet werden.

Trotzdem muss die Güterschifffahrt vor allem im Abschnitt östlich von Wien aufgrund der niedrigen Wasserstände reduzierte Abladetiefen in Kauf nehmen. Im Zeitraum Jänner-Oktober 2015 konnten östlich von Wien an 212 Tagen (bzw. 70 % der Tage) mindestens 2,50 Meter Fahrwassertiefe in der zentralen Fahrrinne erreicht werden. In der zweiten freien Fließstrecke Wachau ist die Situation hingegen grundsätzlich günstiger, hier konnten im selben Zeitraum an 286 Tagen (bzw. zu 94 % der Tage) mindestens 2,50 Meter Fahrwassertiefe erzielt werden.

Aufgrund der andauernden Niederwasserperiode hat viadonau im Sinne eines kundenorientierten Wasserstraßen-Managements die Seichtstellen-Information auf der DoRIS-Website weiter verbessert. So wird nun zusätzlich die minimale Fahrwassertiefe in der Tiefenrinne des Stromes bekannt gegeben und auch grafisch dargestellt. Dies soll bei den aktuellen niedrigen Wasserständen eine verbesserte Nutzung der Schifffahrtsrinne und somit eine höhere Abladung der Schiffe ermöglichen.  

Die Erhaltungsbaggerungen der viadonau stehen grundsätzlich im Einklang mit der Ökologie: So werden in der freien Fließstrecke Wachau mit dem gebaggerten Donaukies ökologisch wertvolle Kiesstrukturen hergestellt. In der Nationalparkstrecke östlich von Wien wird das gebaggerte Material aus den Seichtstellen grundsätzlich stromaufwärts verbracht und wieder in der Donau verklappt, d.h. eingebracht. Dadurch verbleibt der Kies länger in der Nationalparkstrecke östlich von Wien und wirkt der fortschreitenden Eintiefung der Stromsohle in dieser Fließstrecke entgegen. Diese Praxis der Geschieberückführung ist ein wichtiger Bestandteil zur Vermeidung der weiteren Eintiefung der Donau und somit zur Stabilisierung der Wasserspiegellagen in der Nationalparkstrecke.

Kontakt:
via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH
DI Markus Simoner 1220 Wien, Tech Gate  
markus.simoner[at]viadonau.org 
Tel.: 05043211607