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Technikfortschritt mit Umweltbewusstsein in Enns – Wasserweg profiliert sich als „Best Practice“ im Schwerguttransport

Wirtschaft

Wo konventionellen Verkehrssystemen die Puste ausgeht, zeigt die Wasserstraße ihr großes Leistungspotenzial. Im Zuge des Umbaus des Kraftwerks Enns wurde eine in Deutschland hergestellte etwa 20 Meter lange Turbinenanlage per Schiff vom rund 700 Kilometer entfernten Trier nach Enns transportiert – über den umweltfreundlichen Wasserweg zur modernen Energiegewinnung aus Wasserkraft.

Teile der Turbinenanlage werden von einem Kran vom Schiff gehoben

Die moderne Turbinenanlage "bewegliches Krafthaus" wurde umweltfreundlich auf dem Wasserweg von Trier nach Enns transportiert, Foto: © Ennshafen

Wasser bringt’s – auch als Transportmedium. Belastbarkeit, hohe Ladekapazitäten und großzügige Platzverhältnisse sind wesentliche Argumente für die Wasserstraße – besonders wenn es um den Transport von großdimensionierten und schweren Gütern geht. Im Rahmen des Kraftwerksumbaus in Enns durch die Ennskraftwerke AG wurde dies nun eindrucksvoll bestätigt. Um das Kraftwerk auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, wurde eine über 5 Meter breite, 4 Meter hohe und etwa 20 Meter lange Turbinenanlage in mehreren Einzelteilen über den Rhein-Main-Donau-Kanal von Trier nach Oberösterreich verbracht. Nachdem das in verbautem Zustand etwa 300 Tonnen wiegende Schwergewicht den Ennshafen erreicht hatte, ging es für die letzte Transportetappe zum Kraftwerk („last mile“) auf die Straße. Transport und Einbau der Turbine vor Ort übernahm die Firma HSI – Hydro Engineering GmbH aus Trier.    

Der erstmals in Österreich zum Einsatz kommende Turbinentyp „Bewegliches Krafthaus“ ist eine bewegliche über- und unterströmbare Kompaktanlage, welche kein eigenes Krafthaus zur Unterbringung der Maschine mehr erfordert. Der Umbau verbessert die sogenannte Restwassersituation und ermöglicht den effizienzsteigernden energiewirtschaftlichen Ausbau des Kraftwerks. So wird das Regelarbeitsvermögen der Anlage von bisher rund 1,4 Gigawattstunden auf das Fünffache von ca. 6,9 Gigawattstunden erhöht. Ab November soll das Kraftwerk Enns mit der neuen Maschine in den Normalbetrieb gehen.  

Auch die Natur profitiert von den Modernisierungsmaßnahmen. Am linken Ennsufer entstand auf Kraftwerkshöhe neben dem technischen auch ein naturnah gestalteter Uferabschnitt mit Fischaufstiegshilfe – ein Beispiel für die ganzheitliche und verantwortungsbewusste Nutzung der Wasserstraße als Transportweg, Energiequelle und schützenswerter Naturraum.