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Trends, Networking, neue Märkte – Erfolge und Herausforderungen an der Wasserstraße bei den Danube Business Talks 2018

Donaulogistik, Presseinformation

The Danube: A Stream of Energy. Das Motto der diesjährigen Danube Business Talks am 10. und 11. Oktober in Wien war bewusst vieldeutig. Die Donau – Energiequelle, Tourismusmagnet, Freizeitparadies und Naturraum – ist zugleich Lebensader einer sich dynamisch entwickelnden Transportwirtschaft, die neue Märkte erschließt und sich innovativen Branchen zuwendet. Aktuell: Biomasse und Bioenergie. Zur dritten Auflage der erfolgreichen von viadonau veranstalteten Businessplattform kam ein internationales Fachpublikum zusammen, um zu erörtern, wie sich die Stärken der Wasserstraße besser nutzen lassen. Erstmals vertreten: die Personenschifffahrt. Bundesminister Norbert Hofer und die EU-Koordinatorin für den Rhein-Donau-Korridor, Désirée Oen, nahmen bei der Veranstaltung die Wünsche und Anliegen der Wirtschaft entgegen.

Norbert Hofer, Desiree Oen, Hans-Peter Hasenbichler

In einer Podiumsdiskussion bringen BranchenvertreterInnen aus Schifffahrt, Häfen, Transport und Logistik bei den Danube Business Talks ihre Anliegen vor (im Bild v.l.n.r. Norbert Hofer, Désirée Oen und Hans-Peter Hasenbichler, Geschäftsführer viadonau), Foto: © viadonau/Zinner

Manfred Seitz, Theresia Hacksteiner, Desiree Oen, Norbert Hofer

Manfred Seitz (Pro Danube Austria) und Theresia Hacksteiner (European Barge Union) überreichen das Draft Finding Paper mit Deklarationen der Dachverbände European Barge Union, European Skippers‘ Organisation sowie Pro Danube International und Pro Danube Austria an Désirée Oen (EU-Kommission) und Bundesminister Norbert Hofer, Foto: © viadonau/Zinner

Um den hohen Mehrwert der Donau zu bewahren, muss sie vorausschauend und integrativ entwickelt werden. Besonders wichtig dabei: internationale Kooperation. Unter dem Dach der Europäischen Strategie für den Donauraum als auch im Sinne des Nationalen Aktionsprogramms Donau des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie wurde eine Reihe von Initiativen und Projekten, wie jüngst FAIRway Danube und Danube Stream, ins Leben gerufen, um Instandhaltungsstandards gemeinschaftlich zu harmonisieren. „Heute kann niemand die Herausforderungen an der Donau alleine angehen“, meinte Bundesminister Norbert Hofer bei seinen Begrüßungsworten an das rund 200-köpfige Fachpublikum der Danube Business Talks und verdeutlichte: “Die Förderung eines effizienten und nachhaltigen europäischen Verkehrsnetzes kann nur im gemeinsamen, internationalen Bemühen erfolgreich sein. Dies voranzutreiben, ist ein klares Ziel der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs.“ Dass die Donau längst auch auf europäischer Ebene Priorität hat, stellte auch Désirée Oen, EU-Koordinatorin für den Rhein-Donau-Korridor, klar. Die Donau sei ein außergewöhnlicher Tourismusmagnet, der 2017 rund 1,3 Millionen Passagiere (+2,8%) anlockte. Dieser Positivtrend könne jedoch nur anhalten, wenn der Strom ökologisch intakt und zugleich verkehrstechnisch funktionsfähig bleibe. Internationale Projekte wie FAIRway Danube zur Harmonisierung der Informationsdienste zu den Fahrwasserdaten, sollen dazu beitragen, eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für die Planung von Schiffstransporten auf der gesamten Donau zu gewährleisten – ein enormes Plus für die Passagier- und mehr noch für die Güterschifffahrt, die in besonderem Maße auf ausreichende Fahrwassertiefen angewiesen ist.

Die Verfügbarkeit der Wasserstraße war einmal mehr ein Top-Thema für Vertreter der Schifffahrt, so auch für Wolfgang Lüftner von Lüftner Cruises. Der Geschäftsführer der Lüftner Reisen GmbH wies darauf hin, dass die laufende Vermessung und Instandhaltung der Fahrrinne entlang der gesamten Donau das Wachstum einer bereits seit vielen Jahren boomenden Branche sogar noch steigern könnte, sieht jedoch noch freies Potenzial in Sachen grenzübergreifende Zusammenarbeit. So müssten die Donau-Anrainerstaaten noch mehr dazu angespornt werden, ausreichend hohe Informations- und Instandhaltungsstandards umzusetzen. Um den noch bestehenden Unterschied zwischen möglichen Kapazitäten und tatsächlichem Transportvolumen an der Donau wirkungsvoll zu verringern, müssten laut Otto Schwetz von Pro Danube Austria vor allem Innovationen wie die konsequente Umstellung auf LNG-Treibstoffe, standardisierte Informationsdienste und vereinheitlichte Ausbildung realisiert werden.

Noch Luft nach oben besteht auch bei Gütern, die für den Transport über die Wasserstraße besonders geeignet sind. Um gezielt Anreize für die Transportwirtschaft zu schaffen, rief viadonau in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den Häfen und Schifffahrtstreibenden mehrere Schwerpunktinitiativen zu High & Heavy-Gütern, nachwachsenden Rohstoffen, Recyclingprodukten und Baustoffen ins Leben. Das EU-geförderte Projekt ENERGY BARGE baut auf den Erkenntnissen aus diesen Initiativen auf und hat das Ziel einer erhöhten Nutzung von Biomasse zur nachhaltigen Energieerzeugung in der Donauregion und eine verstärkte Verlagerung von Biomassetransporten auf die Wasserstraße Donau. Bei den Danube Business Talks konnten die österreichischen Donauhäfen für diese Branche eine positive Entwicklung präsentieren. So berichtete Gerhard Gussmagg von Rhenus Donauhafen Krems von jährlich rund 30 000 Kubikmetern verladene Biomasse und Zellstoffe und machte auf die kontinuierlich ausgebaute Infrastruktur des Hafens aufmerksam. Gestartet Anfang 2017 läuft das Projekt ENERGY BARGE gemeinsam mit 15 Partnern aus dem Donaulogistiksektor und der Bioenergieindustrie bis Mitte 2019 und wird zu 85% aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung kofinanziert. „Mit Projekten wie FAIRway Danube, Danube Stream und ENERGY BARGE zeigt sich, dass sich vor allem in Sachen internationaler Zusammenarbeit viel getan hat. Das bietet uns auch die Chance, unsere hohen Standards über die Landesgrenzen hinauszutragen und die Donau gemeinschaftlich noch zielgerichteter weiterzuentwickeln“, resümierte viadonau-Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler.

Auftrag für die Zukunft

Das Zusammenrücken der Donauländer in den vergangenen Jahren und die Bereitschaft Wirtschaftstreibender am Strom wichtige Entwicklungsakzente zu setzen, hat die Bedeutung der Donau über die Ländergrenzen hinweg entscheidend erhöht. Für eine sichere Zukunft des Flusses als nachhaltig entwickelter und prosperierender Lebens- und Wirtschaftsraum braucht es jedoch noch weitere Impulse vor allem auf nationaler wie internationaler politischer Ebene. So überreichten Manfred Seitz (Pro Danube International) und Theresia Hacksteiner (European Barge Union) ein „Draft Findings Paper“ an Norbert Hofer und Désirée Oen mit den Wünschen der Wirtschaftstreibenden an der Donau und Deklarationen der Dachverbände European Barge Union, European Skippers‘ Organisation sowie Pro Danube International und Pro Danube Austria. Der Auftrag ist klar: auf den Erfolgen von heute gemeinsam die Zukunft der Donau bauen.